Dispokredite im April – Jeder Achte im Minus

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Beitragsbild zeigt eine Frau, die am Küchentisch angespannt Finanzdokumente durchgeht
©adobestock by Geber86

Laut einer monatlichen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von Smava befinden sich im April 12,5 Prozent der erwachsenen Kontobesitzer im Minus. Damit ist der Anteil im Vergleich zum März um einen Prozentpunkt gesunken. Hochgerechnet nutzen rund 8,4 Millionen Menschen in Deutschland ihren Dispokredit. Ein Blick in die Daten zeigt, in welchen Bundesländern Dispokredite besonders verbreitet sind, wer seinen Kontostand nicht kennt und wie stark die Zinsen belasten.

Ein Sechstel der Saarländer überzieht das Konto

Am häufigsten überziehen Einwohner im Saarland ihr Konto: 17,4 Prozent der Befragten sind im April im Minus. Es folgen Sachsen-Anhalt mit 14,9 Prozent und Niedersachsen mit 14,5 Prozent.

Gleichzeitig wissen 12,5 Prozent der Befragten, rund 8,4 Millionen Menschen, nicht, wie ihr aktueller Kontostand aussieht. Dieser Anteil ist gegenüber März um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Besonders hoch ist die Unkenntnis in Sachsen (16,9 Prozent). Ebenfalls vergleichsweise selten wird der Kontostand in Mecklenburg-Vorpommern (15,1 Prozent) und Thüringen (14,6 Prozent) überprüft.

Alle Bundesländer auf einen Blick als Tabelle:

Bundesland Konto im Minus Änderung zum Vormonat* Unklar Konto im Plus
Saarland 17,4% +5,4 13,3% 69,3%
Sachsen-Anhalt 14,9% +3,0 13,3% 71,8%
Niedersachsen 14,5% -0,1 11,9% 73,6%
Baden-Württemberg 13,8% -1,6 13,4% 72,8%
Rheinland-Pfalz 13,1% +1,8 13,1% 73,8%
Hessen 12,8% -1,7 14,2% 73,0%
Schleswig-Holstein 12,4% -3,2 8,8% 78,8%
Hamburg 12,2% -1,2 10,4% 77,4%
Bayern 12,1% -1,2 11,2% 76,7%
Sachsen 11,9% 0,0 16,9% 71,2%
Berlin 11,8% +0,6 10,4% 77,8%
Nordrhein-Westfalen 11,8% -2,0 11,9% 76,3%
Bremen 10,3% -4,5 12,0% 77,7%
Brandenburg 10,3% -1,4 12,5% 77,2%
Thüringen 9,9% -0,7 14,6% 75,5%
Mecklenburg-Vorpommern 7,9% -0,7 15,1% 77,0%
Gesamt 12,5% -1,0 12,6% 73,9%
*in Prozentpunkten. Quelle: Civey Umfrage im Auftrag von Smava, n=5000, Statistischer Fehler 2,5 Prozentpunkte Gesamtergebnis

Hinweis: Umfrageteilnehmer von Civey antworten selbstselektierend online auf Fragen und kann zu Verzerrungen führen. Es gibt zudem einen statistischen Fehler, sodass der wahre Wert 2,5 Prozentpunkte über oder unter dem Befragungsergebnissen liegen kann.

Dennoch führen drei Viertel, nämlich 75 Prozent oder umgerechnet rund 50,6 Millionen Menschen, Trotzdem führen rund drei Viertel der Befragten (75 Prozent bzw. etwa 50,6 Millionen Menschen) ihr Konto im Plus. Besonders häufig trifft das auf Schleswig-Holstein zu (78,8 Prozent). Auch in Berlin (77,8 Prozent) und Bremen (77,7 Prozent) wirtschaften viele Kontoinhaber im positiven Bereich.

Fast jeder Zwanzigste hat Dispo-Schulden über 2.000 Euro

Smava erhebt auch, wie stark der Disporahmen genutzt wird. Im April nehmen 6,0 Prozent der Befragten (über vier Millionen Menschen) einen Dispokredit von unter 1.000 Euro in Anspruch. Weitere 1,9 Prozent (rund 1,3 Millionen) liegen zwischen 1.001 und 2.000 Euro im Minus. 4,6 Prozent, also circa 3,1 Millionen Menschen, haben Schulden von über 2.000 Euro. Im Saarland betrifft das sogar 8,8 Prozent der Befragten.

Surftipp: Girokonten mit Dispo im Vergleich

Beispielrechnung zur Zinslast: 91 Millionen Euro

Auf Basis des durchschnittlichen Überziehungszinssatzes der Bundesbank von 9,32 Prozent lässt sich die monatliche Zinslast für April beispielhaft berechnen. Dafür werden durchschnittliche Schulden in Höhe von 500 Euro, 1.500 Euro und 2.500 Euro angenommen.

Die monatlichen Zinsen betragen demnach:

  • 3,88 Euro bei 500 Euro Dispo
  • 11,65 Euro bei 1.500 Euro Dispo
  • 19,42 Euro bei 2.500 Euro Dispo

Hochgerechnet ergibt sich daraus eine potenzielle Zinslast von rund 91 Millionen Euro – etwa 4,7 Millionen Euro weniger als die Berechnung für März.

Kontoüberziehung über -2.000€ -2.000€ – -1.001€ -1.001€ – 0€
Beispielwert 2.500 € 1.500 € 500 €
Zinsen pro Person 19,42 € 11,65 € 3,88 €
Anteil Kontoinhaber 4,6% 1,9% 6,0%
Anzahl Kontoinhaber 3.105.641 1.282.765 4.050.836
Zinslast 60.301.200,74 € 14.944.210,62 € 15.730.748,02 €
Gesamt 90.976.159,38 €
Hinweis: Rechnung mit Beispielwerten unter Grundannahme, dass gemessene Befragungswerte den wahren Werten entsprechen.

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