Wie kann man Geld vom Girokonto abheben?

Bargeld ist nach wie vor beliebt – besonders in Deutschland. Wer sich fragt, wie er Geld von seinem Girokonto abheben kann, dem zeigen wir nachfolgend einige Möglichkeiten und Wege auf.

Geld am Geldautomaten abheben

© SIphotography / iStock / Getty Images

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Wer im Besitz eines Girokontos ist, kann Geld am Geldautomaten abheben. So lässt sich zum Beispiel mit der girocard oder Kreditkarte Geld vom Girokonto abheben, wobei die Gebühren von Automat zu Automat variieren können.

Wenn Sie erst noch ein Girokonto eröffnen wollen und wissen, dass die möglichst kostengünstigste Abhebung von Bargeld für Sie ein wichtiges Kriterium ist, sollten Sie besonders Banken mit eigenem Geldautomatennetz oder der Zugehörigkeit zu Cash Group oder Cashpool ins Auge fassen.

In unserem Girokontovergleich stellen wir eine Reihe von Girokonten vor, von denen einige komplett kostenlose Bargeldabhebungen im In- und Ausland offerieren.

Geld bei der Reisebank abheben

Verbraucher haben zudem die Möglichkeit, auch größere Bargeldbeträge ganz einfach vom Girokonto abzuheben. Gegen Vorlage eines gültigen Personalausweises bzw. eines Reisepasses können sich Verbraucher in allen Filialen der ReiseBank kostenfrei Bargeldbeträge in Höhe von 1.000 und 25.000 Euro auszahlen lassen. Das Abheben größerer Beträge sollte drei Tage zuvor telefonisch angemeldet werden.

Geld im Supermarkt abheben

© gpointstudio / iStock / Getty Images

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Seit einigen Jahren bieten immer mehr Supermarktketten, Baumärkte und Tankstellen die Möglichkeit an, ab einem bestimmten Mindesteinkaufswert von meist nur zehn oder 20 Euro Bargeld direkt an der Kasse abzuheben.

Unsere nachfolgende Übersicht zeigt, ab welchem Einkaufswert wieviel Bargeld abgehoben werden kann, und wird von uns regelmäßig erweitert:

In welchem Supermarkt kann ich Geld abheben?

Supermarktkette Mindesteinkaufswert Bargeldabhebung
Rewe 10,00 Euro bis 200 Euro
Lidl 10,00 Euro 10 bis 200 Euro
Aldi-Süd 10,00 Euro bis 200 Euro
Netto 10,00 Euro 10 bis 200 Euro
dm-Drogerie 10,00 Euro bis 200 Euro
Tegut 20,00 Euro bis 200 Euro
Famila 20,00 Euro bis 200 Euro
Sky-Supermärkte 20,00 Euro bis 200 Euro
Penny 20,00 Euro bis 200 Euro
Edeka 20,00 Euro bis 200 Euro
Norma 20,00 Euro bis 200 Euro
Toom 20,00 Euro bis 200 Euro
diska 20,00 Euro bis 200 Euro

Und so funktioniert es

  1. Mindesteinkaufswert erreichen (meist 10 oder 20 Euro, siehe Tabelle oben)
  2. Girocard bereithalten und Auszahlungswunsch äußern
  3. Bargeld auszahlen lassen (PIN oder Unterschrift je nach Höhe des Betrages und System des Händlers)
  4. Der gewünschte Betrag wird direkt vom Girokonto abgebucht und bar ausgezahlt

Was kostet es?

Die Auszahlung von Bargeld an der Supermarktkasse ist bei Nutzung der girocard für Sie als Verbraucher kostenfrei.

Bargeld im Ausland abheben

© Peshkova / iStock / Getty Images

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Bargeldabhebungen sind aber auch im Ausland möglich. Dieser Punkt ist daher für all diejenigen wichtig, die sich beruflich oder im Urlaub häufig auf Auslandsreisen befinden. In der Regel werden allerdings die Kunden mit hohen Gebühren belastet, die auf Auslandsabhebungen fällig werden.

Allerdings gibt es auch einige Banken, bei denen man kostenlos Bargeld abheben kann – und das weltweit. Hierzu gehört zum Beispiel die DKB (Deutsche Kredit-Bank). Der Kunde erhält beim DKB Girokonto neben einem kostenlosen Girokonto auch noch eine VISA-Kreditkarte. Auch für diese fällt keine Jahresgebühr an. Der weitere Vorteil liegt in den niedrigen Sollzinsen, die für den Dispokredit anfallen. Auch innerhalb Deutschlands kann der Kunde kostenfrei Geld abheben – und das bei freier Automatenwahl.

Eine Alternative zur DKB bietet das Girokonto der Santander Bank. Auch hier fallen für die Kreditkarte keinerlei Gebühren an. Zudem lässt sich weltweit im Ausland kostenlos Bargeld ziehen. Innerhalb Deutschlands bietet die Cash Group wieder eine kostenfreie Automatennutzung an.

Abhebeorte und deren Nutzungsintensität

Laut einer Studie zum Zahlungsverhalten der Deutschen hebt der Deutsche Bürger durchschnittlich 7.380 Euro Bargeld pro Jahr ab. Der durchschnittlich abgehobene Betrag am Geldautomaten beträgt hierbei 189 Euro.

Jahr Geldausgabeautomat Schalter Point-of-Sale (Kasse)
2017 84% 14% 2%
2014 81% 18% 2%
2011 75% 24% 0%
2008 74% 26% 0%
Quelle: Deutsche Bundesbank

Kurzfristig Rechnungen begleichen – auch wenn das Konto leer ist

Immer wieder kann es einmal vorkommen, dass Zahlungen geleistet werden müssen, auch wenn ein Zahlungsengpass auf dem Girokonto vorliegt. Für solche kurzfristigen Maßnahmen ist es dann sinnvoll, Geld vom Kreditkartenkonto auf das eigene Girokonto zu überweisen. Insbesondere bei säumigen Kunden können auch Freiberufler und Selbständige mit ihrem Businesskonto kurzzeitig einen solchen Liquiditätsengpass stopfen. Eine Alternative wäre auch hier die Nutzung der Kreditkarte, um von dieser Geld auf das Geschäftskonto zu transferieren. Allerdings ist mit einer Standard-Kreditkarte eine direkte Überweisung nicht möglich. Stattdessen benötigt man ein so genanntes Moneybookers.com-Konto. Dieses ist nahezu identisch wie das bekannte PayPal-System. Von daher kann man praktisch mit beiden Systemen Geld vom Girokonto auf das Onlinekonto einzahlen. PayPal erlaubt allerdings nur Einzahlungen per Banküberweisung, und eben diese erfolgen mit großer Zeitverzögerung. Kunden müssen hier schon drei bis fünf Tage einrechnen. Dafür macht sich eine Abbuchung über PayPal bereits am nächsten Werktag auf dem Bildschirm sichtbar.

Nicht so bei Moneybookers.com. Wer Geld von seiner MasterCard Kreditkarte auf sein Moneybookers-Konto einzahlt und im Anschluss daran eine Abbuchung auf sein Konto macht, kann sicher sein, dass er sein Geld innerhalb von 24 Stunden auf seinem Konto hat. Dabei erfolgt die Überweisung per Kreditkarte zwar in Echtzeit, die Überweisung von Moneybookers auf das Konto hingegen dauert ein bis zwei Tage. Das Ganze ist allerdings nicht kostenlos. Vielmehr fallen zum einen Gebühren für die Einzahlung von der Kreditkarte auf das Moneybookers-Konto an, zum anderen müssen Kunden mit Gebühren bei der Überweisung vom Moneybookers-Konto auf das Girokonto rechnen. In der Regel belaufen sich die Gebühren aber auf humane ein bis 3,5 Prozent. In jedem Falle aber günstiger als eine Bargeldabhebung mit der Kreditkarte an einem fremden Bankautomaten.

Damit funktioniert der Weg über das Onlinekonto nicht nur schnell und mit minimalen Gebührensätzen, es hilft Betroffenen, kurzfristig ihr Konto aufzustocken. Um an diesem Verfahren teilzunehmen, muss der Kunde erst einmal ein Moneybookers.com-Konto einrichten. Geldeinzahlungen erfolgen dann mittels Kreditkarte. Danach kann nicht nur vom Bankkonto, sondern auch von der Kreditkarte sowie per Sofortüberweisung oder Giropay eingezahlt werden. Für Einzahlungen von der Kreditkarte wird eine Gebühr in Höhe von 1,9 Prozent erhoben. Bei der klassischen Kreditkarte haben Kunden 30 Tage Zeit, den Betrag zurückzuzahlen, Inhaber einer Barclaycard hingegen 60 Tage! Auf diese Weise kommen auch Selbständige und Freiberufler schnell und sicher an einen entsprechenden Verfügungsrahmen. Die Rückzahlung des überwiesenen Geldes ist nicht nur zinsfrei, sondern auch in Raten möglich. Natürlich kann auch die gesamte Summe sofort beglichen werden.

Wer eine Überweisung von der Kreditkarte zu Moneybookers vornimmt, hat sein Geld in wenigen Sekunden auf seinem Bankkonto. Für das Abheben selbst fällt eine Gebühr in Höhe von 1,80 Euro an. Die Überweisung dauert zwischen 24 Stunden und maximal zwei Tagen. Insbesondere bei MasterCard wird Sicherheit groß geschrieben. Hierfür wurde ein MasterCard SecureCode eingeführt, so dass der User sowohl bei der Überweisung als auch bei der Einzahlung einen weiteren Sicherheitsschritt durchführen muss.

Wichtige Urteile

Bank trägt Beweislast dafür, dass ein Geldautomat ordnungsgemäß funktioniert hat – Amtsgericht Aachen (Az. 105 C 278/15)

Eine Bank muss im Zweifelsfall beweisen können, dass einer ihrer Geldautomaten ordnungsgemäß funktioniert hat. Zu diesem Urteil kam das Amtsgericht Aachen in seinem unter dem Aktenzeichen 105 C 278/15 ergangenen Urteil.

Im verhandelten Fall ging es um einen Bankkunden, der 800 Euro am Geldautomaten der Bank abheben wollte. Den Auszahlungsvorgang hatte er nach eigener Aussage jedoch abgebrochen, da sein Verfügungsrahmen nur 600 Euro betrug. Bargeld wurde – ebenfalls laut Aussage des Kunden – nicht ausgezahlt, wohl aber sein Bankkonto mit 600 Euro belastet.

Die Bank muss dem Kunden die 600 Euro erstatten, so das Urteil des Gerichts. Begründung: laut einem hinzugezogenen Sachverständigen hat der Geldautomat zwar höchstwahrscheinlich fehlerfrei funktioniert, dennoch konnte die Bank auch nach mehrfacher Aufforderung durch den Sachverständigen kein Geräteprotokoll für den betreffenden Vorgang vorlegen.

 


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Fragen & Antworten

Sie haben Fragen zu diesem Produkt? Hier haben Sie die Möglichkeit eigene Fragen zustellen, welche dann durch unser fachkundiges Redaktionsteam beantwortet werden.

  1. Rick fragte am #

    Kann ich von meinem Girokonto 100000 Euro abheben, wenn das auf dem Konto ist.
    Muss die Bank Behörden informieren?

    1
    • Antwort der Redaktion vom 08.10.2018 um 10:14: #

      Das können Sie jederzeit tun, wenn Ihr Verfügungslimit das zulässt. Beträge in dieser Größenordnung lassen sich in aller Regel nur am Schalter der Hauptfilialen abheben und werden dabei auch gemeldet. Sie müssen die Behörden nicht informieren, das erledigt bei dieser Größenordnung in der Regel die Bank.

      2

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