Instant Payment

Seit dem Jahr 2017 geistert ein relativ neuer Begriff durch die Bankenwelt. „Instant Payment“ mag denjenigen geläufig sein, die sich beruflich damit auseinandersetzen (müssen), dem Großteil der Verbraucher mag der Terminus jedoch neu sein. Zumindest lässt sich aus dem Begriff relativ leicht ableiten, worum es geht. „Die Echtzeitüberweisung kommt“ titelte der Tagesspiegel am 22.11.2017.1

Ziel der neuen Überweisungsgeneration soll es sein, dass innerhalb der 34 Länder umfassenden „Single Euro Payments Area“, kurz SEPA, an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr Überweisungen bis zu einer Höhe von 15.000 Euro innerhalb von 15 Sekunden beim Empfänger sein sollen.

Dieses Vorhaben stellt an die Beteiligten, die Banken, interessante Anforderungen.

Was sind Instant Payments?

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© iStock.com / by enotmaks

„Ihr Geld könnte schon längst beim Empfänger sein“ – mit diesem Plakat über der Einwurfbox für Überweisungen versuchen die Sparkassen, ihre Kunden vom Onlinebanking zu überzeugen. Allerdings dauert es auch beim Onlinebanking ein wenig, bis die Zahlung auf dem Konto des Empfängers verbucht ist. Instant Payments erlauben es, Zahlungen innerhalb von wenigen Sekunden zu verbuchen.

Die Belastung beim Auftraggeber und die Gutschrift beim Empfänger erfolgen innerhalb von 10 bis 15 Sekunden, so das hehre Ziel. Voraussetzung ist allerdings, dass beide Banken an dem neuen System teilnehmen. Viele FinTechs ermöglichen es heute schon, dass ihre Kunden Überweisungen per Handy, per SMS oder E-Mail, ausführen können.

Für die Banken bedeutet dieses akutelle „Mehr“ an Komfort für den Kunden durch Dritte eine Gefahr. Schließlich ruhen sie sich darauf aus, dass sie einen Tag Zeit haben, die Gutschrift auszuführen.

Seit dem 21.11.2017 ist das neue System am Start, aber wie sieht die Realität aus?

Surftipp: Zum Girokonto-Vergleich

Spanien als Vorreiter

Der Beginn der Instant Payments machte einen großen Bogen um Deutschland. Während die Spanier führend waren, in Holland, Großbritannien, Dänemark, und Polen Echtzeitüberweisungen längst üblich sind, bietet aktuell nur die zur italienischen Unicredit gehörende Hypovereinsbank die Bezahlung in Echtzeit an. Der Sparkassenverband hat den 18. Juli als Startdatum ins Auge gefasst, die Deutsche Bank gar das dritte Quartal 20182. Und die Commerzbank? Die Commerzbank „kann sich vorstellen“, bei Instant Payments mitzumachen.3

Was kommt auf die Banken zu?

Der Sparkassenverband rechnet mit einem Investitionsbedarf in entsprechende IT von rund 20 Millionen Euro. Für die Deutsche Bank sieht es noch etwas anders aus. Vor dem Hintergrund, dass für die Erneuerung der völlig überalterten technologischen Infrastruktur laut John Cryan ein Milliardenbetrag benötigt wird, dürften die Investitionen für die neue SEPA-Generation eine überschaubare Größe bleiben.

Die Commerzbank setzt wohl eher darauf, dass externe Zahlungsdiensteanbieter sich in der Schnittstelle zwischen Bank und Kunde ansiedeln und die Aufgabe des Geldtransfers übernehmen. Für die Commerzbank eine solide Lösung, profitieren ihre Kunden von Echtzeitüberweisungen, ohne, dass die Bank selbst Geld in die Hand nehmen müsste.

Allerdings hat die Dienstleistung der FinTechs einen Haken. Es handelt sich faktisch nicht um eine echte Überweisung, sondern um eine Zahlungsgarantie. Eine sofortige Verfügung ist, anders als bei den SEPA Instant Payments, häufig nicht möglich.

Weitere Herausforderungen an die IT

Was wäre eine Neuerung, wenn nicht Begriffe wie „Schnittstelle“ fallen würden. Darunter versteht die IT Verknüpfungen von Systemen und Abläufen im Rahmen eines IT-basierten Prozesses. Während die bisherigen Instant Payment Anbieter nur eine Zahlungsgarantie geben, sieht das neue System vor, dass die Akteure, sogenannte Automated Clearing Houses, direkt mit dem Interbanken-Clearing verbunden sind. Damit können sie sich sofort mit Zentralbankgeld für die anstehende Überweisung absichern. Dazu wurde eine Nebensystemschnittstelle mit dem Namen TARGET2 modifiziert.4

Zum anderen findet ab November 2018 alternativ dazu die Abrechnung über das neue System TIPS (Target Instant Payment Settlement) statt. Hinter TIPS verbirgt sich ein harmonisiertes pan-europäisches Verrechnungssystem, welches Echtzeitüberweisungen mittels Zentralbankgeld ermöglicht. Das System ist rund um die Uhr aktiv.

Wer es technisch mag:

Informationsfluss von Instant Payments

Instant Payment kann Debitkarten langfristig überflüssig machen

Debitkarten werden häufig mit Kreditkarten verwechselt, sind sie aber nicht. Bei einer Debitkarte handelt es sich um eine Karte, bei deren Einsatz zum Bezahlen der Betrag zeitnah bis sofort vom Girokonto abgebucht wird. Die EC-Karte, heute Girocard, ist eine solche Debitkarte.
Bei Zahlungen mit Kreditkarte wird der Karteninhaber erst zu einem späteren Zeitpunkt belastet, der Zahlungsempfänger erhält sein Geld aber im Vorfeld.

Surftipp: Die besten Kreditkarten im Vergleich

Wenn nun die Möglichkeit besteht, dass der Verkäufer via Instant Payment sein Geld auch sofort erhält, können Käufer und Verkäufer die dazwischen geschaltete Debitkarte umgehen. Für den Verkäufer hat dies den Vorteil, dass er die Abgabe an die Kartengesellschaft einspart. Vor diesem Hintergrund wird dem Instant Payment ein disruptiver Charakter zugewiesen. Dieser ersetzt bestehende Technologien durch Verbesserung derer alter Strukturen und verdrängt sie letztendlich.

Weiterführende Informationen

  1. Details zur Echtzeitüberweisung
  2. Liste der teilnehmenden Banken mit dem voraussichtlichen Starttermin
  3. Deutschland hinkt hinterher – der Treasurer, 21.11.2017
  4. Das verbirgt sich hinter „Target2“ – die Erläuterung der Bundesbank

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