Wie kann ich Falschgeld erkennen?

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© adobestock / by Tania

Ungefähr 55.200 falsche Euro- Banknoten wurden laut der Deutschen Bundesbank in Deutschland registriert. Das ergibt einen Gesamtwert von 3,3 Millionen Euro. Da es für Falschgeld keinen Ersatz gibt, ist es empfehlenswert Scheine mit höherem Geldwert vor der Annahme zu prüfen. Wie Sie Falschgeld erkennen können, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze

  • Falschgeld sind gefälschte Banknoten oder Münzen, die wie rechtmäßige Zahlungsmittel aussehen, aber von der jeweiligen Zentralbank nicht genehmigt sind und somit keinen Geldwert besitzen.
  • Nicht mehr gültige Zahlungsmittel, wie die D- Mark, fallen nicht unter den Falschgeldbegriff, da sie im normalen Zahlungsverkehr keinen Wert mehr innehaben.
  • Die Fälschung von aktuellen ausländischen Banknoten in Deutschland fällt allerdings sehr wohl unter den Geldbegriff und ist somit nach deutschem Recht strafbar.
  • Unter bestimmten Bedingungen ist eine Reproduktion von Banknoten erlaubt, beispielsweise für Monopoly.

Deutlich weniger Euro-Falschgeld im EWR aus dem Verkehr gezogen

Die Schadenssummen durch Falschgeld sind im vergangenen Jahr aufgrund der Corona-Pandemie deutlich gesunken. Sowohl in Deutschland mit einem Rückgang von über 12 Prozent, als auch im Europäischen Wirtschaftsraum mit über 26 Prozent Rückgang (siehe Tabelle).

Die Anzahl der aus dem Verkehr gezogenen falschen Banknoten bildet mit 460.000 Stück im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) ein Rekordtief. Das sind satte minus 17,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der starke Rückgang ist mit dem veränderten Konsumverhalten aufgrund der Pandemie-Lage zu erklären.

Anzahl Blüten* Schadenssumme
2019 (EWR) 559.000 29,2 Mio. Euro
2020 (EWR) 460.000 21,5 Mio. Euro
Änderung zum Vorjahr (EWR) -17,7% -26,4%
2019 (Deutschland) 55.200 3,3 Mio. Euro
2020 (Deutschland) 58.800 2,9 Mio. Euro
Änderung zum Vorjahr (Deutschland) +6,5% -12,1%
*von Polizei, Handel und Banken aus dem Verkehr gezogenes Falschgeld
Quelle: bankenverband

Welche Banknote wird am häufigsten gefälscht?

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Gestaltung der neuen Banknoten

Gegenüberstellung von erster Serie und Europa-Serie

Die neuen Banknoten wurden zwischen 2013 und 2019 eingeführt. Die neue Europa- Serie ist robuster und langlebiger gestaltet.

Durch die neuen hochmodernen Sicherheitsmerkmale soll ein besserer Schutz vor Fälschungen gewährleistet werden.

Die EU hat großes Interesse Falschgeld zu entdecken und aus dem Verkehr zu ziehen, denn langfristig gesehen erhöht sich anderenfalls die Geldmenge und die Preise steigen. Das hätte inflationäre Folgen. Darum sind die modernen Sicherheitsmerkmale so wichtig.

Wie kann ich Falschgeld bei Geldscheinen erkennen?

  1. Es gibt selten grobe Abweichungen von Format, Farbe oder Bildelementen, die Ihnen sofort ins Auge springen. Der Gesamteindruck kann trügen. Schauen Sie sich daher die Banknoten sehr genau im Detail an.
  2. Überprüfen Sie nicht nur ein Sicherheitsmerkmal!
  3. Befolgen Sie bei der Kontrolle der Sicherheitsmerkmale die Schritte: Fühlen, Sehen, Kippen
  4. Hilfreich kann ein Banknotenprüfgerät sein.
  5. Es ist empfehlenswert zum besseren Vergleichen eine andere Banknote desselben Wertes hinzuzuziehen.
  6. Bleiben Zweifel über die Echtheit der Banknote, lassen Sie diese von Ihrer Hausbank oder einer Filiale der Deutschen Bundesbank überprüfen.

Die Bundesbank bietet in ihren Filialen kostenlose Schulungen zum Thema „Wie erkenne ich gefälschte Euro- Banknoten?“ an.

Echtheitsprüfung: „Fühlen- Sehen- Kippen“

Verbesserte Sicherheitsmerkmale der Europa-Serie

Fühlen

  • Das Papier ist aus Baumwolle und sollte sich griffig und fest anfühlen.
  • Fühlbares Relief: Wenn Sie die Vorderseite eines Geldscheins befühlen, können Sie am linken und rechten Rand eine Reihe kurzer erhabener Linien ertasten. Ein Relief ist auch am jeweiligen Hauptmotiv, bei der Schrift und der großen Wertzahl fühlbar.

Sehen

  • Porträt- Wasserzeichen: Halten Sie den Geldschein gegen das Licht. Bei echten Geldscheinen können Sie nun als Wasserzeichen das Porträt der Europa, einer Sagengestalt der griechischen Mythologie, betrachten.
  • Sicherheitsfaden: Den Sicherheitsfaden als dunklen Streifen können Sie im Gegenlicht erkennen. Wenn Sie ganz genau hinsehen, entdecken Sie auf dem Streifen in sehr kleiner weißer Schrift das €- Symbol und die Wertzahl der Banknote.
  • Porträt- Fenster: Halten Sie die Banknote erneut gegen das Licht und das silberne Fenster im Hologramm rechts wird durchsichtig. Auch hier erscheint das Porträt der Europa. Auf der Rückseite ist es auch sichtbar.

Kippen

  • Porträt- Fenster: Beim Kippen des Geldscheines ist im Fenster im Hologramm die von regenbogenfarbenen Linien umgebene Wertzahl der Banknote zu sehen. Auf der Rückseite der Banknote erscheint die kleine regenbogenfarbene Wertzahl mehrfach im Fenster. Bei 100- und 200- Euro- Scheinen dagegen sieht man auf der Vorderseite im Hologramm nicht die Wertzahl, sondern ein großes €- Symbol.
  • Porträt- Hologramm: Kippt man die Banknote zeigt das Hologramm- der Folienstreifen im rechten Teil der Banknote- ein Porträt der Europa. Außerdem sieht man im Streifen das Hauptmotiv und die Wertzahl der Banknote.
  • Satelliten- Hologramm: Bei den 100- und 200- Euro- Scheinen ist oben auf dem Folienstreifen das Satelliten- Hologramm sichtbar. Wenn Sie die Banknote kippen, erkennen Sie kleine €- Symbole, die um die Wertzahl kreisen. Am besten zu sehen sind die Symbole unter direktem Licht.
  • Smaragdzahl: Links unten schimmert die Wertzahl smaragdgrün bis tiefblau, je nachdem wie die Banknote gekippt wird. Auf den 100- und 200- Euro- Scheinen sind zusätzlich in der Smaragdzahl kleine €- Zeichen zu sehen.

Zusätzliche Merkmale

  • Mikroschrift: An einigen Stellen auf der Banknote befinden sich winzige Schriftzeichen. Diese Mikroschrift kann mit einer Lupe entziffert werden. Die Schriftzeichen sind gestochen scharf, nicht verschwommen.
  • Standard- UV- Licht: Hält man die Banknote unter Standard- UV- Licht, bleibt das Papier selbst zwar dunkel, allerdings sind im Papier fluoreszierende Fasern eingearbeitet, die in drei verschiedenen Farben leuchten.
  • Die Sterne der Flagge der Europäischen Union, die kleinen Kreise und die großen Sterne leuchten gelb. Einige andere Stellen fluoreszieren ebenfalls gelb. Auf der Rückseite leuchten ein Viertel eines Kreises in der Banknotenmitte sowie mehrere andere Stellen grün. Die horizontal verlaufende Seriennummer sowie der Glanzstreifen fluoreszieren rot.
  • Besonderes UV- Licht (UV- C): Auf der Vorderseite leuchten die kleinen Kreise in der Mitte gelb, die großen Sterne und mehrere andere Stellen fluoreszieren orange. Auch das €- Symbol wird sichtbar.
  • Infrarot- Merkmale: Unter Infrarot- Licht sind auf der Vorderseite die Smaragd- Zahl, ein Teil der großen Wertzahl, die rechte Seite des Hauptmotives und der Folienstreifen zu sehen. Rückseitig sind das Fenster, die Wertzahl und die horizontal verlaufende Seriennummer zu erkennen.

Wie erkenne ich falsches Münzgeld?

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Wie verhalte ich mich, wenn ich Geld als falsch erkannt habe?

Das Bundeskriminalamt empfiehlt folgendes Verhalten:

  • Benutzen Sie die Banknote/ Münze nicht zum Bezahlen, denn das wissentliche Inverkehrbringen erfüllt den Straftatbestand des § 147 StGB.
  • Geben Sie das Falschgeld auch nicht an den Verausgaber zurück und nicht an andere Personen weiter.
  • Informieren Sie umgehend die Polizei!
  • Unternehmen Sie nichts, wodurch Sie sich oder andere Personen gefährden. Falls möglich sollten Sie den Falschgeldverausgaber bis zum Eintreffen der Polizei zum Bleiben bewegen.
  • Ist diese Möglichkeit ausgeschlossen, prägen Sie sich Aussehen und gegebenenfalls Kfz- Kennzeichen oder andere sachdienliche Hinweise ein.
  • Das Falschgeld wahren Sie bis zum Eintreffen der Beamten am besten in einem Briefumschlag auf, denn so können die Fingerabdrücke als wichtige Beweisspuren gesichert werden.
  • Wenn die Polizei eingetroffen ist, übergeben Sie ihr das Falschgeld und geben Ihre Hinweise weiter, die zum Auffinden der verdächtigen Person verhelfen könnten.

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Strafbarkeit von Falschgelddelikten

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Die Geldfälschung ist strafrechtlich gesehen ein Sonderfall der Urkundenfälschung. Strafbar macht sich zum einen die Person, die das Falschgeld hergestellt hat (§ 146 StGB), aber auch diejenigen, die Falschgeld weitergeben (§ 147 StGB).

Die Geldfälschung wird mit mindestens einem Jahr Gefängnis bestraft. Das Inverkehrbringen von Falschgeld ist mit maximal fünf Jahren Gefängnis oder einer Geldstrafe bedroht.

Bedienhinweis: Einzelne Datenreihen lassen sich durch Klick auf die betreffende Überschrift aus- und wieder einblenden.

Quellen:

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© adobestock / by blende11

Die Anzahl der Flachgelddelikte insgesamt ist in den letzten fünf Jahren gesunken. Ein Grund dafür ist die neue Europa- Serie der Banknoten. Die besseren Sicherheitsmerkmale erschweren Fälschungen. Das ist aber laut dem Bundeskriminalamt kein Dauerzustand. Es wird erwartet, dass die Täter ihre technischen Möglichkeiten anpassen und die Fallzahlen somit in den nächsten Jahren wieder steigen werden.

Ein anderer Grund für die sinkenden Fallzahlen ist das Darknet, welches verstärkt zur Herstellung von Falschgeld verwendet wird. Die Täter nutzen die Anonymität, um Ausrüstungen zum Fälschen zu erwerben und sich Wissen anzueignen. Die Aufklärung solcher Fälle erfordert Spezialwissen seitens der Kriminalbeamten und ist nur mit erhöhtem Bearbeitungsaufwand möglich.

Auch Banken können sich strafbar machen, wenn sie die Anhalte- bzw. Meldepflicht missachten. Laut § 36 Bundesbankgesetz sind Finanzinstitute dazu verpflichtet Falschgeld aus dem Verkehr zu ziehen bzw. zu melden. Wird dagegen verstoßen, kann eine Geldbuße bis zu 100.000 Euro fällig werden.

Erlaubte Reproduktion

Unter engen Voraussetzungen ist die körperliche oder digitale Abbildung von Banknoten trotzdem erlaubt.

Körperliche Reproduktion

Einseitiger Druck Zweiseitiger Druck
Größere Darstellung als Original: Wenn die Längen und Breiten mindestens um 25% erhöht werden Größere Darstellung als Original: Wenn die Längen und Breiten mindestens verdoppelt werden
Kleinere Darstellung als Original: Wenn die Längen und Breiten um mindestens 25% verkleinert werden Kleinere Darstellung als Original: Wenn die Längen und Breiten mindestens halbiert werden

 

Digitale Reproduktion

  • Hier muss das englische Wort „specimen“ (=Muster) in der Schriftart „Arial“ oder in einer ihr ähnlichen Schriftart diagonal abgebildet werden, und zwar über mindestens 75% der Breite und 15% der Höhe der Abbildung.
  • Weiterhin muss für das Wort eine undurchsichtige Farbe gewählt werden, die einen Kontrast zur Hauptfarbe des Geldscheins bildet.
  • Zudem darf die Auflösung der Abbildung 72 dpi nicht überschreiten.
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© adobestock / by felipecaparros

Weitere erlaubte Reproduktionen nach Artikel 2 Nr. 3 des Beschlusses der europäischen Zentralbank vom 19. April 2013 über die Stückelung, Merkmale und Reproduktion sowie den Umtausch und Einzug von Euro- Banknoten:

  • Wenn ein Gestaltungselement einer Euro- Banknote (z.B. eines der Bauwerke) abgebildet wird und dieses Element nicht auf einem Hintergrund erscheint, der einer Banknote ähnelt
  • Einseitige Abbildungen in der Originalgröße, wenn weniger als ein Drittel der Vorder- bzw. Rückseite gezeigt wird
  • Wenn ein Material genutzt wird, das eindeutig kein Papier ist und nicht mit Banknoten verwechselt werden kann (Schokoladen- Geld)

Weiterführende Informationen


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