Nach welchen Kriterien eine neue Bank aussuchen?

Inhalt

Wer auf der Suche nach dem geeigneten Girokonto ist, sollte vor Vertragsabschluss unbedingt neben seinem eigenen Nutzungsverhalten auch die exakten Kontobewegungen beachten. In diesem Zusammenhang gilt es dann, die hierfür anfallenden Kosten alle zusammen zu rechnen. Auf diese Weise erfahren Giroinhaber mehr über ihr Nutzungsverhalten, sie können die Bedürfnisse für ein neues Girokonto besser abschätzen. Auf diese Weise wird die Wahl eines neuen Kontos deutlich erleichtert. Um sicher zu stellen, dass auch all Posten beachtet wurden, hier eine kleine Zusammenstellung aller wichtigen Details, die bei einem eventuellen Wechsel zu berücksichtigen sind:

  • Höhe des durchschnittlichen Monatseinkommens?
  • Anzahl an monatlichen Überweisungen?
  • Anzahl an monatlichen Daueraufträgen?
  • Anzahl an monatlichen Einzugsermächtigungen?
  • Wird eine Maestro-/EC-Karte benötigt?
  • Wird eine Kreditkarte/Partnerkarte benötigt?

Alle Informationen, die hierzu benötigt werden, können den bisherigen Kontoauszügen entnommen werden. Gleichzeitig sollten bestimmte Personengruppen wie Schüler, Auszubildende, Studenten und Senioren darauf achten, dass die meisten Kreditinstitute ihnen spezielle Sonderkonditionen offerieren. Wer zudem nicht in den verdacht kommen will, nicht vertrauenswürdig zu sein, der sollte in jedem Falle nach einem Geldinstitut suchen, das auch Girokonten auf Guthabenbasis anbietet. Denn wer heute am gesellschaftlichen Leben teilnehmen will, der benötigt in jedem Falle eine Kontonummer. Die neue Bank sollte daher nach den tatsächlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten des Verbrauchers ausgesucht werden. Privatpersonen, die versiert am Computer sind und auch nicht unbedingt auf die Hilfe eines Bankmitarbeiters angewiesen sind, werden ihre Geschäfte in erster Linie von zu Hause aus per Online-Banking erledigen.

In diesem Falle ist eine Direktbank wichtig, die diesen Service mit allen zu verfügbaren Leistungen kostengünstig bietet. Verbraucher, die zwar Online-Banking ablehnen, aber auch keine Hilfe durch einen Bankmitarbeiter benötigen, haben die Möglichkeit, sich einen Anbieter zu suchen, der sich auf das Telefon-Banking spezialisiert hat. In diesem Falle wird der Großteil der finanziellen Transaktionen über das Telefon und nicht online abgewickelt. Neben der speziellen Zielgruppe muss natürlich auch auf die Zinssätze und die Bargeldversorgung geachtet werden. Personen, die viel unterwegs sind, benötigen keinen Geldautomaten um die Ecke, Rent-ner oder Hausfrauen sind dagegen darauf angewiesen. Wer auf die Gebührenpflicht bei seinen Kontoauszügen verzichten will, sollte auch in seiner Nähe über einen Auszugsdrucker verfügen. Wer seine Bankgeschäfte über das Internet tätigt, kann sich die Auszüge zu Hause ausdrucken.

Andererseits gibt es genügend Personen, die den Kontakt zu einem Bankmitarbeiter nicht nur schätzen, sondern auch dessen Hilfe benötigen. Für diese Personengruppe kommt entsprechend ausschließlich die Hausbank in Frage. Auch wenn die Angebote der Internetbanken weitaus günstiger sind als die von Haus- oder Filialbanken – gerade ältere Personen brauchen diese Hilfestellung. Und natürlich gibt es auch bei den Hausbanken eine kostenlose Kontoführung, man sollte allerdings energisch nachfragen. Denn es ist immer positiv, wenn ein Bankmitarbeiter einen langjährigen Kunden kennt und damit auch bestimmte Punkte mit berücksichtigen kann. Dagegen ist bei den meisten Volksbanken und Sparkassen lediglich das Online-Banking gebührenfrei. Da heutzutage die meisten Banken auch noch mit verschiedenen Versicherungen oder Bausparkassen zusammen arbeiten, kann natürlich auch von dieser Qualität überzeugt sein.

Spezielle Banken haben auf diese Weise günstige Lebens- oder Altersvorsorgeversicherungen, die mit der Gesellschaft zusammen unter einem Dach mit der Hausbank abgeschlossen werden können. Ob das betreffende Angebot natürlich überzeugt, muss jeder selber für sich entscheiden. Neben den bisher genannten Merkmalen gibt es natürlich auch Bankkunden, die über ihre Bank eine größere Menge an Bargeld anlegen möchten. Diese Personengruppe wird natürlich ein Augenmerk darauf legen, welches Kreditinstitut die besten Angebote offeriert. Hier zählt natürlich nicht nur die Höhe der Guthabenverzinsung, sondern auch gleichfalls die Zeitspanne, bis zu der das Vermögen angelegt sein muss. Denn einerseits sollte eine Geldanlage einen möglichst hohen Gewinn erzielen, andererseits sollte der Investor gerade in unsicheren Zeiten auch spontan wieder über seine Investition verfügen können. Dies kann allerdings nur gelingen, wer auch seine eigenen Bedürfnisse und Gewohnheiten kennt, indem er sein eigenes Nutzungs-verhalten und die hieraus entstehenden Kosten über einen längeren Zeitraum gegen rechnet.

Je nach Kostengesichtspunkten und dem Aspekt der persönlichen Betreuung wird natürlich die Wahl auf eine Filial- oder eine Direktbank fallen. Einige Personen müssen auf Grund hohen Alters ihr Geldinstitut schnell erreichen, andere wiederum benötigen wiederum in regelmäßigen Abständen eine Kundenbetreuung wegen laufender Investitionen. Diese Dienstleistungen bieten meist die klassischen Filialbanken an. Allerdings darf hier der Kostenfaktor keine so große Rolle spielen. Wer hingegen Kontoführungsgebühren sparen möchte und auch noch auf eine hervorragende Verzinsung seines Guthabens setzt, der ist mit Sicherheit bei einer der vielen Direktbanken besser aufgehoben.

Ein Konto bei einer Filial- oder Direktbank?

Ein Girokonto bei einer Filialbank lohnt sich für all diejenigen, für die ein persönlicher Kontakt zu einem Kundenberater von großer Wichtigkeit ist. Insbesondere Rentner sollten darauf achten, dass eine Filiale in ihrer Nähe ist. Die größte Filialdichte haben dabei die Volks- und Raiffeisenbanken sowie die Sparkassen. Gerade auf dem Land sind diese Geldhäuser sehr flächendeckend vertreten. Doch gerade bei den Filialbanken haben es Verbraucher schwer, die richtige Bank für sich zu finden. Denn die meisten Angebote unterscheiden sich doch erheblich in den unterschiedlichen Konten- und Leistungsmodellen. Zwar gehen die meisten Filialbanken heutzutage dazu über, ihren Kunden so genannte Pauschalleistungen anzubieten. Hierunter fallen dann einzelne Transaktionen wie zum Beispiel Überweisungen. Allerdings hat der Kontoinhaber hierfür eine monatliche Grundgebühr zu entrichten.

Andere Filialbanken lassen sich jede Dienstleistung gesondert bezahlen. Wer hier nach Einsparungsmöglichkeiten sucht, sollte die Leistungen nicht über den Bankmitarbeiter fordern, sondern sich selbst an den Kontoauszugsdrucker oder an einen der vielen Selbstbedienungsterminals begeben. Alle Kosten, die die Bank berechnen darf, müssen in einem Preisaushang wiedergegeben werden, der sichtbar im Schalterraum oder in einem Schaufenster der Filialbank platziert sein muss. Auf Nachfrage des Kunden muss auch am Schalter einer Bank ein vollständiges Preisverzeichnis bereitgehalten werden. Gerade weil immer mehr Banken verstärkt auf Selbstbedienung setzen, sind diesen bei den Gebühren Grenzen gesetzt. Denn gerade auf Grund der Selbstbedienung dürfen einem Kunden keine Mehrkosten entstehen.

Wer richtig sparen möchte, wickelt hingegen seine gesamten finanziellen Transaktionen online über eine Direktbank ab. Zudem bieten auch Onlinebanken zwischenzeitliche den üblichen Service für ein Girokonto. Auch bei der Kontoeröffnung bei einer Filialbank wird Volljährigkeit vorausgesetzt. Interessenten sollten sich hierzu einen persönlichen Beratungs- und Gesprächstermin vermitteln lassen. Über den Personalausweis prüft die Bank dann entsprechend die Identität des zukünftigen Bankkunden. Nach erfolgter SCHUFA-Abfrage erhält der Kunde nach wenigen Tagen eine Bestätigung über die Kontoeröffnung. Mit getrennter Post gehen jeweils die Kreditkarten und die dazugehörigen Geheimnummern (PINs). Neben dem normalen Girobanking erlauben die meisten Banken ihren Kunden auch das Online-Banking. Diese flexible Möglichkeit stellt insbesondere für Berufstätige eine Zeit sparende Alternative zum Weg zur Bank dar.

Mit einem Online-Konto lassen sich wie auf einem normalen Girokonto Überweisungen tätigen, Daueraufträge einrichten sowie Kontoauszüge ausdrucken. Online-Banker sind dabei an keinen Ort und an keine Zeit  gebunden. Sie können ihre Geschäfte rund um die Uhr von jedem Ort der Welt aus tätigen. Mit der jeweiligen dazugehörigen PIN-Nummer lassen sich nach Antragstellung innerhalb weniger Tage alle wichtigen Informationen zum Konto online abrufen. Lediglich für Überweisungen oder andere Auftragsvarianten wird beim Online-Banking eine so genannte Transaktionsnummer – kurz: TAN – benötigt. Diese „digitale Unterschrift“ setzt sich aus einer sechsstelligen Zahl zusammen, die der Online-User von seiner Bank als Liste zugeschickt bekommt. Aus Sicherheitsgründen lässt sich jede TAN nur einmal einsetzen, danach ist sie aufgebraucht. Die TAN-Liste kann ständig erneuert werden.

Verbraucher, die keine persönliche Beratung benötigen, setzen natürlich besser auf eine Direktbank. Hier lässt sich die Kontoführung entweder online oder telefonisch erledigen. Für die Bankgeschäfte selbst sind lediglich ein PC und ein Internetanschluss notwendig. Grundsätzlich sollte bei Bankgeschäften von Internet-Cafes abgesehen werden, zu groß sind die Sicherheitslücken, die sich hieraus ergeben können. Da die meisten Direktbanken – im Gegensatz zu Filialbanken – nicht ortsgebunden sind und daher auch auf einen Mitarbeiterstamm verzichten können, werden diese Einsparungen entsprechend wieder an die Kundschaft weitergeleitet. Das Einsparen von Personal- und Mietkosten geben die Direktbanken dann in ihren Konditionen an die Kundschaft weiter. Aber auch bei Direktbanken müssen Kunden auf den persönlichen Service nicht gänzlich verzichten.

Immer mehr Direktbanken bieten ihren Kunden zwischenzeitlich einen 24-Stunden-Service an, wo entsprechende Fragen geklärt werden können. Auch wenn die meisten Direktbanken heute die preiswertere Alternative darstellen, sollte bei der Wahl des entsprechenden Instituts darauf geachtet werden, dass Kunden auch Bargeld gebührenfrei an bankfremden Geldautomaten abheben können. Zudem ist auf Angebote mit Guthabenzinsen und kostenloser Kontoführung zu achten. Die meisten Banken haben sich wegen der Gebühren zu einer größeren Bankgesellschaft zusammengeschlossen, so dass die Kunden dabei an einer gebührenfreien Bargeldversorgung profitieren können. Insbesondere der Sparkassenverband ist über die CashGroup mit 23.000 Automaten der größte Anbieter von Filialnetzen.

Interessenten sollten sich vor Eröffnung eines Kontos bei einer Direktbank erst einmal auf deren Homepage umsehen. Auf diese Weise lässt sich dann auch das entsprechende Informationsma-terial per E-Mail anfordern. Nach einem entsprechenden Direktbanken-Vergleich können die Antragsunterlagen über das Internet herunter geladen werden. Der Vertrag selbst wird über den Postweg abgeschlossen (sog. Post-Ident-Verfahren). Interessenten sollten daher unbedingt vor Vertragsabschluss die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der jeweiligen Direktbank studieren. Die Identitätsprüfung erfolgt entweder über die Postfiliale oder für den Fall einer Muttergesellschaft über ein Filialnetz. Neben dem Post-Ident-Verfahren findet auch noch das Belegverfahren statt. Hierzu hat der Antragsteller zwei Originalrechnungen einzureichen, auf denen Name und Adresse ersichtlich sind. Dies können zum Beispiel Stromabrechnungen oder Versicherungsnachweise sein. Zusammen mit einer Kopie des Personalausweises werden die gesamten Unterlagen dann der Direktbank zur Überprüfung der Identität zugesandt.

Welche Banken-Verbünde bei Geldautomaten gibt es?

Sowohl Filial- als auch Direktbanken legen immer mehr Wert darauf, dass ihre Kunden in einem möglichst dichten Automatennetz Bargeld ziehen können. Um dies zu erreichen, haben sie sich zu so genannten Banken- und Sparkassenverbünden zusammengeschlossen, um auf diese Weise Kosten zu sparen. So kann man bei einem entsprechenden Zusammenschluss auch mit der Maestro-Kreditkarte an den meisten Geldautomaten gebührenfrei Bargeld abheben. Das größte Netz an Geldautomaten besitzt dabei die Sparkasse, hier kann an über 24.000 Automaten kos-tenlos Bargeld gezogen werden. Die Volks- und Raiffeisenbanken sind hingegen am so genann-ten BankCard ServiceNetz angeschlossen. Dieses umfasst rund 19.000 Geldautomaten, an denen gebührenfrei oder gegen eine geringe Gebühr Bargeld abgehoben werden kann. Der Verbund der Cash Group verfügt zwischenzeitlich über 7.000 Geldautomaten mit kostenloser Geldabhe-bung. An diesem Verbund sind die Deutsache Bank, die HypoVereinsbank, die Dresdner Bank, die Commerzbank, die Postbank sowie deren Tochterunternehmen angeschlossen.

Einen weiteren Verbund stellt der CashPool dar. Hierbei handelt es sich allerdings um den kleinsten Verbund mit dennoch mehr als 2.500 Geldautomaten, an denen gebührenfrei Bargeld abgehoben werden kann. Zu diesem Verband gehören die Citibank, die Degussa-Bank, die National-Bank, die Santander Bank, die SEB Bank sowie die Sparda-Banken. Fremdkunden bezahlen bei nahezu allen privaten Banken am Geldautomaten eine einheitliche Gebühr in Höhe von 1,95 Euro. Allerdings muss dafür die GiroCard innerhalb Deutschlands zum Einsatz kommen. Sparkassen und Genossenschaftsbanken hingegen legen ihre Gebühren eigenständig fest. Zwar liegen die Gebühren im unteren Bereich zwischen 1,95 und 4,95 Euro, nicht selten werden allerdings Gebühren bis weit über 10 Euro fällig. Größte Differenzen ergeben sich dabei zwischen den einzelnen Standorten, und dort vor allem, wenn es entsprechend Wettbewerb gibt.

Die meisten Bankinstitute haben auf ihren Internetseiten entsprechende Verlinkungen, auf denen der nächstgelegene Geldautomat der jeweiligen Bank abgefragt werden kann.

Name des Verbundnetzes Vorteile Anzahl Geldautomaten
Sparkassennetz Bargeldabhebungen sind ge-bührenfrei ca. 24.600
BankCard ServiceNetz Volks- und Raiffeisenbanken, PSD-Banken, gebührenfrei bzw. vergünstigte Bargeldab-hebung ca. 19.200
CashGroup Deutsche Bank, HypoVereins-bank, Commerzbank, Post-bank, gebührenfreie Bargeld-abhebungen ca. 9.000
CashPool National-Bank, Santander Bank, Consumer Bank, Spar-da-Banken, Targo-Bank, ge-bührenfreie Bargeldabhe-bungen ca. 2.800

Allerdings können die meisten Geldhäuser eine flächendeckende Bargeldversorgung ausschließlich über die Kreditkarte bieten – dies betrifft daher insbesondere die Direktbanken, die selbst über kein eigenes Automatennetz verfügen. Allerdings sollten Bankkunden auf einen ganz wichtigen Aspekt achten: Je nach Anbieter ist diese Gebührenfreiheit entweder allein auf Deutschland, auf die Eurozone oder gar in der Anzahl der getätigten Verfügungen begrenzt! Alle weiteren pauschalen Gebühren, die durch Kreditkartengesellschaft entstehen, übernehmen dabei die Banken. Daher sollte grundsätzlich vor jeder Bargeldabhebung auf das entsprechende Logo am Geldautomaten geachtet werden. Immer wieder kommt es dabei auch vor, dass Sparkassen und Volksbanken ihre Automaten für Kreditkarten bestimmter Direktbanken sperren. Dabei sind die vorhandenen Geräte sehr wohl für den Einsatz dieser Kreditkarten bestimmt.

Sinn dieser Tragödie ist der Wettbewerb, denn sowohl die Sparkassen als auch die Direktbanken verfügen über das dichteste Geldautomatennetz in Deutschland. Und auf diesem Weg haben es „Trittbrettfahrer“ schwer, an dem vorhandenen Kontenmodell teilzunehmen. Daher sind es mittlerweile nur wenige Anbieter, die bei ihren Girokonten auch das kostenlose Bargeldabheben über die Kreditkarte ermöglichen:

  • ING-DiBa
  • Santander Bank
  • TargoBank
  • Cortal Consors
  • DKB
  • SKG Bank
  • Wüstenrot Bank
  • Volkswagen Bank direct

Aber Achtung: Sowohl 1822direkt als auch comdirect greifen nur dann auf die Kreditkarte zurück, um hierdurch einen speziellen Bargeldservice im Ausland anzubieten – und dies allerdings uneingeschränkt. Zudem können seit einiger Zeit auch die Betreiber der Geldautomaten selbst ein direktes Kundenentgelt verlangen. Erlaubt wird diese Gebühr derzeit beim Einsatz der MasterCard. Allerdings muss diese Gebühr direkt beim Bargeldabheben am Geldautomaten ausgewiesen werden. Zudem ist diese Gebühr von den angeblich kostenlosen Bargeldverfügungen einiger Banken nicht gedeckt! Kundenentgelte sind hingegen in vielen Ländern in und außerhalb der EU rechtlich erlaubt. In den USA werden zum Beispiel Gebühren bis zu einer Höhe von 3 Dollar erhoben. Diese nennt sich allerdings „Service Fee“.

Bargeldbezug findet jedoch nicht nur im Inland statt, sondern vielfach auch außerhalb der Eurozone. In diesen Ländern fällt dann neben der Automatengebühr auch noch ein Auslandsentgelt an. Die aufgeschlagenen Prozentsätze bewegen sich dabei in einem Rahmen von 1 bis 2 Prozent. Nicht selten werden diese Gebühren durch die Banken selbst in ihren Umtauschkursen versteckt. Nur wenige Banken verzichten dabei beim Geldabheben auf ein Auslandsentgelt. Als Beispiel sind hier zu nennen:

  • Deutsche Kreditbank (DKB)
  • Wüstenrot Bank
  • Cortal Consors

Die Mogelpackung, die einzelne Banken bei der Umrechnung einer Währung anwenden, liegt in dem vorgegebenen Devisenkurs. Denn eines ist klar: Devisenkurse selbst sind wesentlich günstiger als die beim Bargeldwechsel maßgeblichen Sortenkurse! Zudem rechnen die Banken untereinander keinesfalls mit einem einheitlichen Devisenkurs. Daher kann es beim Wechseln in eine andere Währung und insbesondere bei größeren Abhebungsbeträgen zu Differenzen von mehreren hundert Euros kommen. Bestraft werden zudem all diejenigen, die mit einer Maestro-Karte (ehemals EC-Karte) an einem bankfremden Geldautomaten Bargeld ziehen. Sie werden mit enorm hohen Gebühren belastet. Daher sollten sich Kunden ausschließlich an die Automaten der eigenen Bank oder an die der Partnerinstitute halten. Wer sich nicht informiert und daher auch nicht weiß, welche Bank an welchem Verbund angeschlossen ist, bezahlt in der Wirklichkeit dann eben viel unnötiges Geld.

Wer Kunde einer Direktbank ist, kann über seine Maestro-Karte gebührenfrei Geld an dem jeweiligen Direktbank-Automaten abheben. Weitere Vorteile genießen die Kunden der ING DiBa sowie der Deutschen Kreditbank (DKB). Diese erhalten zusätzlich zu ihrer Maestro-Karte auch noch eine VISA-Karte, mit der sich an weit über 50.000 bankfremden (!) Geldautomaten gebührenfrei Bargeld ziehen lässt. In aller Regel übernehmen die Direktbanken aber den Fixbetrag in Höhe von 1,74 Euro, der direkt von VISA erhoben wird, nicht. Deshalb ist Bargeld abheben auch nicht immer kostenlos. Andere Unternehmen sind zwar hier wieder bereit, diesen Satz zu übernehmen, begrenzen aber im Umkehrschluss die Anzahl der Fremdabhebungen auf ein bestimmtes monatliches Limit. Da sich die Angebote auch bei den Direktbanken deutlich voneinander unterscheiden, sollten sich Interessierte vor Vertragsabschluss bei dem jeweiligen Institut erkundigen.

Gebührenregelungen durch eigene und gesetzliche Vorgaben

Immer wieder taucht bei Girokontoinhabern die Frage auf, wer eigentlich für die Gebühren zuständig ist. In diesem Zusammenhang muss klar gesagt werden: Immer die eigene (!) Bank und nicht – wie viele denken – die Bank, die den Automaten betreibt. Dabei orientieren sich die Institute an denjenigen Gebühren derjenigen Bank, die den Automaten betreibt. Kommt es nämlich zu einer Geldabhebung durch den Kreditkarteninhaber, wird dafür ein so genanntes Interbankengeld fällig. Für diesen Fall kassiert dann auch die eigene Bank diejenige Gebühr, die der Kunde am Geldautomaten bezahlt. Beispiel:

Kunde und Kreditkartenbesitzer der Dresdner Bank

Bargeldentnahme an einem Automaten der

Sparkasse

Sparkasse stellt der Dresdner Bank einen Betrag in Rechnung

Kunde der Dresdner Bank kann bis zu 12 Euro belastet werden

Dresdner Bank bucht ihrem Kunden die Mindestgebühr in Höhe von 4,95 Euro vom Girokonto ab

Gebühr bildet Mittelwert, um die Kosten der eigenen Bank möglichst gering zu halten

Die Differenz zwischen dem Interbankengeld und der Kundengebühr bezahlt:

die Bank, die die Karte an den Kunden ausgibt

Andererseits sind seit dem 1. Juli 2003 auf Grund der EU-Verordnung die Banken gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Kunden einen einheitlichen Preis für Bargeldabhebungen in Rechnung zu stellen. Dies gilt insbesondere für den Fall, dass der Kunde einen Automaten einer Fremdbank nutzt. Entweder fällt ein Mindestbetrag an oder es werden für den Fall der Maestro-Karte ein Prozent des Bargeldbetrages als Gebühr erhoben. Wie die Gebühr innerhalb der Banken verteilt wird, regelt das Gesetz hingegen nicht. Daher verlangen auch nicht alle Partnerbanken dieselbe Gebühr. Das wiederum bedeutet, dass jedes Karten ausgebendes Institut rechtlich ihre Gebühr nach eigenem Ermessen festlegen darf. Daher muss auch ein Kunde einer Freiburger Sparkasse beim Bargeldbezug an einem Fremdautomaten deutlich mehr bezahlen als ein Kunde einer Hamburger Sparkasse am selben Automaten.

Lediglich Baden-Württemberg macht hier eine Ausnahme. Hier erheben alle Sparkassen dieselben Gebühren, da sie sich zu einem Bankenverbund zusammengeschlossen haben. Daher ist allen Kunden anzuraten, die sich für eine Bank entscheiden, sich vorab über das jeweilige Preis-/Leistungsverhältnis der ausgesuchten Bank zu informieren. In den meisten Fällen findet sich dieser Button auf der Internetseite der Bank unter „Preise & Konditionen“. Wichtig in diesem Zusammenhang ist es auch zu wissen, mit welchen Partnerbanken sich die eigene Bank per Partnerschaftsabkommen zusammengeschlossen hat. Die meisten Mitglieder von Banken schließen sich nämlich zu einem großen Verband zusammen, so dass die Kunden hieraus den Vorteil erhalten, möglichst viele Geldautomaten gebührenfrei nutzen zu können. Welchem Bankenverband die jeweiligen Institute angehören, geht aus den unterschiedlichen Logos hervor, die an der Eingangstüre sichtbar angebracht sind.

Grundsätzlich sollte vor einer Reise Geld am eigenen Automaten gezogen werden. Gerade in abgelegenen Regionen erheben die meisten Institute nämlich horrende Gebühren, die sich am heimischen Automaten einsparen lassen.


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