Ein tiefer Blick in die Zinspolitik der größten deutschen Filialbanken offenbart massive Unterschiede bei den Dispokrediten. Eine aktuelle Auswertung von über 850 Instituten und mehr als 3.100 Kontomodellen zeigt: Wer sein Konto überzieht, kann je nach Bank und Region bares Geld sparen – oder in eine teure Zinsfalle tappen.
Hier sind die spannendsten Erkenntnisse aus dem großen Vergleich der Sparkassen sowie der Volks- und Raiffeisenbanken:
Kopf-an-Kopf-Rennen beim Durchschnitt
Insgesamt bewegen sich die beiden großen Bankensektoren auf einem ähnlichen Niveau, wobei die Genossenschaftsbanken im Schnitt minimal günstiger sind. Der bundesweite durchschnittliche Dispozins der Volks- und Raiffeisenbanken liegt bei 11,24 %. Die Sparkassen folgen dicht dahinter mit durchschnittlich 11,50 %.
Die Zins-Extreme: Wo es am günstigsten und am teuersten ist
Den absoluten Spitzenwert für den günstigsten Dispokredit sichert sich bundesweit eine Genossenschaftsbank: Die Volksbank Thüringen Mitte eG verlangt in ihrem „Konto Premium“ lediglich 3,49 % Zinsen. Bei den Sparkassen führt die Sparkasse Baden-Baden Gaggenau („GiroFDL“) mit sehr fairen 4,18 % das Feld an.
Surftipp: Dispozinsen der Sparkassen
Interessant wird es am anderen Ende der Skala: Die teuersten Dispozinsen beider Lager finden sich kurioserweise jeweils in Bayern. Die VR-Bank Landsberg-Ammersee eG berechnet in der Spitze 15,51 % („VR-Giro PLUS“), nahezu gleichauf mit der Sparkasse Kulmbach-Kronach, die 15,47 % („Giro Guthaben/Bürgerkonto“) verlangt.
Massive regionale Spannen
Ein genauer Blick auf die Bundesländer zeigt ein enormes Gefälle. Innerhalb desselben Bankensektors und desselben Bundeslandes trennen das günstigste und das teuerste Angebot oft Welten:
- Baden-Württemberg (Sparkassen): Hier liegt die Differenz zwischen dem günstigsten (4,18 %) und dem teuersten Angebot (14,45 %) bei massiven 10,27 Prozentpunkten.
- Thüringen (VR-Banken): Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Genossenschaftsbanken in Thüringen mit einer Spanne von 10,24 Prozentpunkten (3,49 % bis 13,73 %).
Surftipp: Dispozinsen der VR-Banken
Das günstigste und teuerste Bundesland
Das günstigste und teuerste Bundesland Wer im Durchschnitt die niedrigsten Dispozinsen sucht, wird bei den VR-Banken in Brandenburg (10,11 %) und bei den Sparkassen in Sachsen-Anhalt (10,20 %) fündig. Die teuersten Durchschnittswerte verzeichnen die Volksbanken im Saarland (12,16 %) und die Sparkassen in Berlin (13,11 %).
Fazit
Der blinde Verlass auf das rote oder blaue Logo der Hausbank reicht heute nicht mehr aus. Da zwischen den Instituten Zinsunterschiede von über 10 Prozentpunkten liegen, ist ein genauer Blick auf das Kleingedruckte des eigenen Kontomodells unerlässlich.
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