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Ist das Girokonto für Jedermann bald Wirklichkeit?

Seit Jahren wird darum gekämpft – und dagegen. Es gibt immer noch Millionen von Menschen in Deutschland, die kein Girokonto haben. Weil sie schlichtweg keines erhalten, aufgrund einer negativen Schufa-Auskunft oder vielem anderen. Wenn eine Ablehnung der Bank erfolgt, und kein Girokonto eröffnet wird, wird jedoch nicht immer ein Grund angegeben, damit müssen die Menschen leben, die dann weiter ohne Girokonto sind, und haben nach wie vor höhere Kosten für ihre monatlichen finanziellen Belange, da sie ihre Miete und ihre restlichen Fixkosten jeweils bar einzahlen müssen – was hohe Kosten mit sich bringt. Die Banken in Deutschland wehren sich immer noch gegen eine Rechtsvorschrift für das Girokonto für Jedermann und pochen auf ihre im Jahre 1995 abgegebene Selbstverpflichtung. An die sie sich jedoch wohlgemerkt alles andere als immer halten.

Da das Problem, kein Girokonto zu haben und so vom normalen Zahlungsverkehr ausgeschlossen zu sein, jedoch nicht nur in Deutschland besteht, sondern auch in anderen Ländern der Europäischen Union vorhanden ist, hat sich die EU-Kommission der Thematik des Girokontos für Jedermann angenommen. Dies hat möglicherweise dazu geführt, dass in Deutschland endlich ein Umdenken stattfindet, der Bundesrat hat deshalb am 7. Juni 2013 einen Gesetzentwurf beschlossen, der mittlerweile an die Bundesregierung weitergegeben wurde. Diese hat die Pflicht, den Entwurf für das Gesetz für das Girokonto für Jedermann binnen sechs Wochen an den Deutschen Bundestag weiterzuleiten, wie der Bundesrat bekanntgab.

Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sich noch vor Wahl im September etwas tun wird. Der Bundestag ist in der Sommerpause, das wichtige Thema Girokonto für Jedermann hängt damit einige weitere Monate in der Luft. Dennoch sieht es nun so aus, als würde langsam Bewegung in die Sache kommen und vielleicht endlich auf 2014 ein Girokonto für Jedermann Wirklichkeit werden und nicht nur eine kuriose Selbstverpflichtung der Banken bestehen, die immer wieder von den Kreditinstituten untergraben wird. Wer ein Girokonto auf Guthabenbasis bei einer Privatbank eröffnen möchte, aber abgelehnt wird, kann sich beim Bundesverband deutscher Banken beschweren, dort gibt es auch ein entsprechendes Formular als Vordruck, das genutzt werden kann.

Verbraucher, die kein Girokonto haben, jedoch eines möchten und es leid sind, sich dem Stress mit den ablehnenden Banken auseinander zu setzen haben auch die Möglichkeit, eine Kreditkarte mit Girokontofunktion zu beantragen. Eine solche Kreditkarte, die sowohl als Prepaid-Kreditkarte wie auch als Girokonto genutzt werden kann, das bis auf nicht möglichen Lastschriften wie ein normales Konto funktioniert, finden Sie beispielsweise hier: https://www.konto.org/p-konto/

Eine solche Kreditkarten-Girokonto-Kombination auf Guthabenbasis ist übrigens nicht unbedingt viel teurer als ein herkömmliches Girokonto. Ein kostenloses Girokonto gibt es so natürlich nicht, da das Girokonto ohne monatliche Kontoführungsgebühr jedoch sowieso zum Auslaufmodell wird, spielt dies wohl bald sowieso keine große Rolle mehr.