Was ändert sich im Jahr 2017?

Wandkalender 2017Der Jahreswechsel wird wieder eine Reihe von Neuerungen und Änderungen in den meisten Lebensbereichen mit sich bringen.

Die umfassendsten Änderungen gibt es im Bereich der Pflegeversicherung. Denn mit dem Pflegestärkungsgesetz II kommen grundlegende Neuerungen bezüglich der Regelungen der Pflegebedürftigkeit betroffener Menschen. Das kommende Jahr bringt ebenfalls mehr Geld für Geringverdiener sowie mehr Zeit für die Abgabe der Steuererklärung.

Die nachfolgende Tabelle verschafft einen Überblick darüber, was sich ab 1. Januar 2017 in den Bereichen Steuern, Finanzen und Versicherung ändern wird.

Änderung bei Steuer, Finanzen, Versicherung und Co

Was ändert sich? Alt Neu
Altersvorsorge
Rentenbeitragssatz 18,7 Prozent 18,7 Prozent
Rürup-Rente
Rürup-Rente: Erhöhung Sonderausgabenabzug 82 Prozent 84 Prozent
Zu versteuernder Rentenanteil 72 Prozent 74 Prozent
Steuern
Verlängerung der Steuererklärungsfristen 31. Mai des Folgejahres (mit Steuerberater 31. Dezember des Folgejahres) 31. Juli des Folgejahres (mit Steuerberater 28/29. des übernächsten Jahres)
Anhebung des Grundfreibetrages (Existenzminimum)
  • Alleinstehende: 8.652 Euro
  • Ehepaare/eingetr. Lebenspartner: 17.304 Euro
  • Alleinstehende: 8.820 Euro
  • Ehepaare/eingetr. Lebenspartner: 17.640 Euro
Erhöhung des Kinderfreibetrags 7.248 Euro 7.356 Euro
Versicherung
Garantiezins Lebensversicherung 1,25 Prozent 0,90 Prozent
Beitragssatz zur Krankenversicherung (allgemein) 14,60 Prozent 14,60 Prozent
Beitragssatz zur Krankenversicherung (ermäßigt) 14,00 Prozent 14,00 Prozent
Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung 0,95 Prozent 1,01 Prozent (Quelle)
Anhebung Versicherungspflichtgrenze für Kranken- und Pflegeversicherung (pro Monat)* 4.687,50 Euro 4.800,00 Euro
Höhere Beitragsbemessungsgrenze Kranken- und Pflegeversicherung (pro Monat)* 4.237,50 Euro 4.350,00 Euro
Beitragssatz zur Pflegeversicherung 2,35 Prozent 2,55 Prozent
Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung für Kinderlose 0,25 Prozent 0,25 Prozent
Höhere Beitragsbemessungsgrenze Renten- und Arbeitslosenversicherung (pro Monat)*
  • West: 6.200 Euro
  • Ost: 5.400 Euro
  • Knappschaft West: 7.650 Euro
  • Knappschaft Ost: 6.650 Euro
  • West: 6.350 Euro
  • Ost: 5.700 Euro
  • Knappschaft West: 7.850 Euro
  • Knappschaft Ost: 7.000 Euro
Wohnen und Leben
Hartz-4: Höherer Regelsatz
  • Alleinstehende: 404 Euro
  • Paare: 364 Euro
  • Alleinstehende: 409 Euro
  • Paare: 368 Euro
Anhebung Kindergeld
  • 1.+2. Kind: 190 Euro
  • 3. Kind: 196 Euro
  • jedes weitere Kind: 221 Euro
  • 1.+2. Kind: 192 Euro
  • 3. Kind: 198 Euro
  • jedes weitere Kind: 223 Euro
Erhöhung der EEG-Umlage 6,35 Cent/KWh 7,1 – 7,3 Cent/KWh
Gesetzlicher Mindestlohn 8,50 Euro/Stunde 8,84 Euro/Stunde
Auto und Verkehr
Kosten für Führerscheinprüfung 105,50 EUR (gerundet) 114,00 EUR (gerundet)
Kosten für TÜV 32-52 EUR je nach Bundesland 35-55 EUR je nach Bundesland
Strom als Angestellter auf Arbeit gratis tanken als geldwerter Vorteil zu versteuern steuerfrei
Pflege
Pflegegeld nach § 37 SGB XI **
    • -

 

  • Pflegestufe I: 244 Euro
  • Pflegestufe II: 458 Euro
  • Pflegestufe III: 728 Euro
  • Härtefall: -
  • Pflegestufe O (mit Demenz): 123 Euro
  • Pflegestufe I (mit Demenz): 316 Euro
  • Pflegestufe II (mit Demenz): 545 Euro
  • Pflegestufe III (mit Demenz): 728 Euro
  • Härtefall: 728 Euro
    • Pflegegrad 1: Anspruch halbj. Beratungsbesuch
    • Pflegegrad 2: 316 Euro
    • Pflegegrad 3: 545 Euro
    • Pflegegrad 4: 728 Euro
    • Pflegegrad 5: 901 Euro
    • Pflegegrad 2: 316 Euro

 

    • Pflegegrad 3: 545 Euro

 

    • Pflegegrad 4: 728 Euro

 

    • Pflegegrad 5: 901 Euro

 

  • Pflegegrad 5: 901 Euro
Pflegesachleistungen (Pflegedienst) nach § 36 SGB XI **
  • -
  • Pflegestufe I: 468 Euro
  • Pflegestufe II: 1.144 Euro
  • Pflegestufe III: 1.612 Euro
  • Härtefall: 1.995 Euro
  • Pflegestufe O (mit Demenz): 231 Euro
  • Pflegestufe I (mit Demenz): 689 Euro
  • Pflegestufe II (mit Demenz): 1.298 Euro
  • Pflegestufe III (mit Demenz): 1.612 Euro
  • Härtefall: 1.995 Euro
    • Pflegegrad 1: 125 Euro
    • Pflegegrad 2: 689 Euro
    • Pflegegrad 3: 1.298 Euro
    • Pflegegrad 4: 1.612 Euro
    • Pflegegrad 5: 1.995 Euro
    • Pflegegrad 2: 689 Euro

 

    • Pflegegrad 3: 1.298 Euro

 

    • Pflegegrad 4: 1.612 Euro

 

    • Pflegegrad 5: 1.995 Euro

 

  • Pflegegrad 5: 1.995 Euro
Leistungen vollstationäre Pflege nach § 43 SGB XI **
  • Pflegestufe I: 1.064 Euro
  • Pflegestufe II: 1.330 Euro
  • Pflegestufe III: 1.612 Euro
  • Härtefall: 1.995 Euro
  • Pflegestufe O (mit Demenz): – Euro
  • Pflegestufe I (mit Demenz): 1.064 Euro
  • Pflegestufe II (mit Demenz): 1.330 Euro
  • Pflegestufe III (mit Demenz): 1.995 Euro
  • Härtefall: 1.995 Euro
    • Pflegegrad 2: 770 Euro
    • Pflegegrad 3: 1.262 Euro
    • Pflegegrad 4: 1.775 Euro
    • Pflegegrad 5: 2.005 Euro
    • Pflegegrad 2: 770 Euro

 

    • Pflegegrad 3: 1.262 Euro

 

    • Pflegegrad 4: 1.775 Euro

 

    • Pflegegrad 5: 2.005 Euro

 

  • Pflegegrad 5: 2.005 Euro

Pflegereform: Neue Regelungen der Pflegebedürftigkeit

Die Soziale Pflegeversicherung erhält eine neue Grundlage. Im Rahmen der Pflegereform 2016 – 2017 ist bereits im Januar 2016 das zweite Gesetz zur Stärkung der pflegerischen Versorgung (Zweites Pflegestärkungsgesetz – PSG II) in Kraft getreten. Zum 1. Januar 2017 werden das neue Begutachtungsverfahren sowie neue Leistungsbeiträge eingeführt sowie die Pflegestufen auf Pflegegrade umgestellt. Aus drei Pflegestufen werden fünf Pflegegrade. Die Umstellung erfolgt automatisch und wird rund 2,7 Millionen Pflegebedürftige betreffen.

Modernisierung des Besteuerungsverfahrens

geschaeftsmann lehnt sich zurückZum 1. Januar 2017 tritt das Steuermodernisierungsgesetz in Kraft. Ab dem kommenden Steuerjahr wird die Frist zur Abgabe der Steuererklärung verlängert. Die Steuererklärung muss erst bis zum 31. Juli (bisher 31. Mai) des Folgejahres beim Finanzamt eingehen. Wer sich Hilfe bei Steuerberater oder dem Lohnsteuerverein holt, hat sogar bis 28./29. Februar des übernächsten Jahres Zeit.

Zudem soll die Datenübertragung und Kommunikation in Zukunft bevorzugt elektronisch vonstattengehen. Aus der Belegvorlagepflicht wird eine Belegvorhaltepflicht. Das bedeutet, dass zukünftig mit der Steuerklärung keine Belege mehr eingereicht werden müssen. Das Finanzamt kann diese bei Bedarf allerdings anfordern.

Weiterführende Informationen

* geplante Werte aus dem Referentenentwurf zur Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2017
** Deutsches Medizinsrechenzentrum, Pflegegeldtabelle 2016 – 2017

Neue Düsseldorfer Tabelle für Unterhalt

Die als Richtschnur für die Festsetzung von Unterhaltszahlungen durch die Gerichte dienende Düsseldorfer Tabelle weist zum 1. Januar 2017 neue, höhere Werte aus:

Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen Alter des Kindes in Jahren
0 bis 5 6 bis 11 12 bis 17 ab 18
bis 1.500 EUR pro Monat 342 393 460 527
1.501 bis 1.900 EUR pro Monat 360 413 483 554
1.901 bis 2.300 EUR pro Monat 377 433 506 580
2.301 bis 2.700 EUR pro Monat 394 452 529 607
2.701 bis 3.100 EUR pro Monat 411 472 552 633
3.101 bis 3.500 EUR pro Monat 438 504 589 675
3.501 bis 3.900 EUR pro Monat 466 535 626 717
3.901 bis 4.300 EUR pro Monat 493 566 663 759
4.301 bis 4.700 EUR pro Monat 520 598 700 802
4.701 bis 5.100 EUR pro Monat 548 629 736 844
ab 5.101 EU pro Monat nach den Umständes des Falls
gültig ab 01.01.2017, der Selbstbehalt eines erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen beträgt 1.080 EUR pro Monat

Bildnachweis: © Franke-Media.net; © by Human – Thinkstock.de; © Jeremias Münch – Fotolia.com

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