Die Europäische Zentralbank (EZB) plant die erste vollständige Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Einführung im Jahr 2002. Von den zahlreichen Einreichungen haben es zehn vielversprechende Design-Vorschläge in die finale Auswahl geschafft. Menschen in ganz Europa sind dazu aufgerufen, über ihre Favoriten abzustimmen. Ein ebenfalls sehr ausdrucksstarker Kandidat dieser Themenwelt ist der Design-Entwurf J.
Wer ist der Designer?
Der „Entwurf J“ stammt von dem Designer Ville Tietäväinen. Mit seinem Ansatz erzählt er eine fortlaufende visuelle Geschichte der europäischen Flüsse – von ihrer Quelle hoch in den Bergen bis zu ihrer Mündung ins weite Meer.
Was ist auf den Scheinen dargestellt?
Die Hauptdarsteller dieses Entwurfs sind die europäischen Vögel in ihren natürlichen Lebensräumen. Das Design folgt einer klaren geografischen Logik: Je höher der Wert der Banknote, desto weiter ist der Flusslauf vorangeschritten und desto stärker nähern sich die Abbildungen dem Meer. Eine besondere Rolle spielen die Sicherheitsfolien der Scheine, die wie kleine Infografiken wirken und den jeweiligen Flussabschnitt zeigen.
Die Symbolik von Design J im Detail
Die Vorderseite:
Auf der Vorderseite stehen die Vögel und die sich stetig wandelnden Flusslandschaften Europas im Zentrum. Die Gestaltung wirkt illustrativ und nimmt den Betrachter mit auf eine Reise entlang des Wassers. Die Sicherheitsfolie führt als erklärendes Element in das erzählerische Konzept der jeweiligen Banknote ein.
Die Rückseite:
Die Rückseite ist das konzeptionelle Highlight dieses Entwurfs: Hier werden die Gebäude der wichtigsten EU-Institutionen gezeigt. Das Besondere daran ist, dass die Architektur der EU-Gebäude grafisch mit dem Flügel des jeweiligen Vogels von der Vorderseite verschmilzt. So entsteht eine untrennbare visuelle Verbindung zwischen der europäischen Natur und den gemeinsamen Institutionen.
Hier ist die detaillierte Aufschlüsselung der Motive pro Geldschein:
5-Euro-Schein
- Vorderseite: Eine Gebirgsquelle und ein Mauerläufer.
- Rückseite: Das Gebäude des Europäischen Parlaments, dessen Form elegant mit dem Flügel des Mauerläufers verschmilzt.
10-Euro-Schein
- Vorderseite: Ein Wasserfall und ein Eisvogel.
- Rückseite: Das Gebäude der Europäischen Kommission, optisch verknüpft mit dem Flügel des Eisvogels.
20-Euro-Schein
- Vorderseite: Ein eingegrabenes Flusstal und ein Bienenfresser.
- Rückseite: Der Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB), der in die Schwingen des Bienenfressers übergeht.
50-Euro-Schein
- Vorderseite: Ein gewundener Fluss und ein Weißstorch.
- Rückseite: Der Gerichtshof der Europäischen Union, verwoben mit dem Flügel des Weißstorchs.
100-Euro-Schein
- Vorderseite: Eine Flussmündung und ein Säbelschnäbler.
- Rückseite: Die Gebäude des Europäischen Rates und des Rates der Europäischen Union, die mit dem Flügel des Säbelschnäblers verschmelzen.
200-Euro-Schein
- Vorderseite: Eine Meereslandschaft und ein Basstölpel.
- Rückseite: Der Europäische Rechnungshof, dessen Struktur eins wird mit dem Flügel des Basstölpels.
Hintergrund zu den neuen Euro-Scheinen
Die zur Wahl stehenden Banknoten-Entwürfe basieren auf zwei festgelegten Hauptthemen: „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“. Neben der optischen Erneuerung der Geldscheine, die in den Stückelungen von 5 bis 200 Euro geplant sind, verfolgt die EZB auch wichtige praktische und ökologische Ziele. Die zukünftigen Scheine sollen aus innovativen Materialien bestehen und durch neue Produktionsverfahren umweltfreundlicher und langlebiger werden, um den ökologischen Fußabdruck des Bargelds zu minimieren. Zudem wird ein großer Fokus auf die Barrierefreiheit gelegt: Die Banknoten sollen für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen noch leichter erkennbar und voneinander unterscheidbar sein.
Wie geht es weiter?
Die Europäische Zentralbank lässt die Bürger direkt an der Gestaltung der gemeinsamen Währung teilhaben: Die öffentliche Online-Umfrage läuft aktuell noch bis zum 21. September 2026. Bis zu diesem Stichtag haben alle Europäer die Möglichkeit, auf der Website der EZB ihre Meinung zu den Entwürfen abzugeben und ihren Favoriten zu wählen.
Nach Ende der Umfrage werden die Rückmeldungen aus der Bevölkerung ausgewertet. Der EZB-Rat wird sich voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2026 auf ein finales Design festlegen. Danach folgen die detaillierte technische Ausarbeitung sowie umfassende Tests der neuen Sicherheitsmerkmale, bevor die neuen Geldscheine schließlich in den Druck gehen und schrittweise in den Umlauf gebracht werden.











