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Kein Konto für AfD-Mitglieder? Wo politisch exponierte Personen noch willkommen sind

Kristin Halle Aktualisiert: 21.09.2026 3 Min. Lesezeit
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Um diese Frage verlässlich zu beantworten, haben wir bei über 40 deutschen Banken nachgefragt und die Institute nach zwei strengen Kriterien gefiltert:

  • Keine dokumentierten Fälle von politisch motiviertem Debanking in der jüngeren Vergangenheit.
  • Eine klare, neutrale Positionierung der Pressestelle auf unsere direkte Nachfrage.

Das Ergebnis teilt den Markt in drei klare Kategorien:

Kategorie 1: Institute ohne Einschränkungen bei neutraler Positionierung

Diese Banken positionieren sich offiziell neutral. Die Parteizugehörigkeit ist kein Kriterium; geprüft wird bei Mandatsträgern lediglich der gesetzliche „PEP-Status“ (Politisch exponierte Person), der strikt an das Amt und nicht an die Gesinnung geknüpft ist. Zudem liegen keine Berichte über Kündigungen aufgrund öffentlichen Drucks vor.

  • Sparda-Bank München & Sparda-Bank West (z. B. das reguläre SpardaGirokonto)
  • Hamburger Sparkasse / Haspa (z. B. Kontomodell Girokonto)
  • Stadtsparkasse München (z. B. München-Giro)
  • NordLB / Braunschweigische Landessparkasse (BLSK) (Girokonto)

Kategorie 2: Differenzierte Handhabung nach Kundengruppentyp (Privat- vs. Geschäftskunden)

  • Berliner Sparkasse: (z. B. Girokonto) Privatkunden ist die Eröffnung hier sicher, da sich die Bank an den gesetzlichen Kontrahierungszwang (Versorgungsauftrag) hält. Die Bank stellte jedoch klar, dass diese Pflicht für juristische Personen (Vereine, Parteigliederungen, Unternehmensverbände) explizit nicht gilt.

Kategorie 3: Banken mit dokumentierten Vorfällen, Kündigungsklauseln oder Aussagen zum Parteigeschäft

Die meisten bekannten Filial- und Direktbanken aus den Top-Platzierungen klassischer Vergleiche fallen durch unser Raster. Hier gab es bereits prominente Debanking-Fälle, Parteikonten werden pauschal ausgeschlossen oder die AGBs enthalten weiche „Werte-Klauseln“, die eine Kündigung im Ermessen der Bank ermöglichen:

  • DKB (z. B. DKB Girokonto): Dokumentierter Kündigungsfall eines AfD-Landtagsabgeordneten. Zudem teilte die DKB offiziell mit, dass Konten zur Verwaltung von Parteispenden grundsätzlich nicht angeboten werden.
  • Commerzbank & comdirect (z. B. Girokonto Aktiv): Dokumentierte Verweigerungen bei Parteiverbänden. Die Banken berufen sich zudem auf eine Klausel zur „Weltoffenheit und Toleranz“, die Kündigungen bei unliebsamen Positionen im eigenen Ermessen zulässt.
  • Postbank, Deutsche Bank & Norisbank: Dokumentierte Kontokündigungen (u. a. Tino Chrupalla).
  • Berliner Volksbank: Dokumentierte Kündigung des Spendenkontos der Bundes-AfD nach Druck durch eine NGO-Petition.
  • Targobank: Dokumentierte Fälle in NRW; die Pressestelle verwies lediglich auf ihre AGBs und gab keine inhaltliche Auskunft.

Hinweis:
ING: Keine inhaltliche Stellungnahme. Die Bank bittet um Verständnis, dass sie sich zu dem Thema nicht äußert.
Bei weiteren im Vergleich gelisteten Banken wie C24, Santander, Consorsbank oder N26 liegen uns aktuell keine offiziellen Statements oder inhaltlichen Auskünfte vor, weshalb eine sichere Einstufung hier nicht möglich ist.

Möchten Sie genau wissen, wie sich die einzelnen Institute im Wortlaut äußern und welche juristischen Hintergründe (wie die Vertragsfreiheit der Privatbanken) es gibt? Lesen Sie hier unseren umfassenden Ratgeber mit allen Original-Aussagen der Banken:

Surftipp: Debanking in Deutschland: Nachgefragt - So positionieren sich die deutschen Banken


Surftipp: Mit dem Girokontorechner das beste Girokonto finden


Quellenverzeichnis

  • Bundesgerichtshof (BGH): Grundsatzurteil zur ordentlichen Kündigung von Giroverträgen ohne Angabe von sachlichen Gründen durch Privatbanken (Urteil von 2013).
  • WELT: „AfD-Chef Chrupalla: ‚Konto gekündigt, weil ich AfD-Mitglied bin‘ – Das sagt die Postbank“ (29.09.2023).
  • taz – die tageszeitung: „Petition der Omas gegen Rechts: AfD verliert Konto bei der Berliner Volksbank“ (03.07.2024).
  • innn.it: Kampagnendokumentation „ERFOLG: Kündigt der AfD das Spendenkonto bei der Berliner Volksbank!“ (Juli 2024).
  • BILD: „Nach Höcke-Beben in Thüringen: Bank kündigt AfD-Wahlsieger das Konto“ (06.09.2024).
  • Der Spiegel: „Genossenschaftliches Geldinstitut Volksbank kündigt der Düsseldorfer AfD das Konto“ (22.01.2025).
  • Deutscher Bundestag: Drucksache 21/2712 – Antrag der AfD-Fraktion „Politisch motivierte Kontokündigung durch Banken verbieten“ (13.11.2025).
  • Paymentandbanking: Fachartikel „Banken, die ein AfD-Konto führen, sind selber rechts“ (20.11.2025).
  • Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF): Verfahrensdokumentation zum Fall Rote Hilfe e.V. und SWIFT-Sanktionen (Januar 2026).
  • Stellungnahmen der Kreditinstitute (Schriftliche Auskünfte, September 2026):
    • Berliner Sparkasse: Pressesprecherin Unternehmenskommunikation (18.09.2026).
    • Berliner Volksbank: Pressestelle (16.09.2026).
    • comdirect: Pressesprecherin Corporate Communications Privat- und Unternehmerkunden (15.09.2026).
    • Commerzbank AG: Pressesprecherin Corporate Communications Privat- und Unternehmerkunden (15.09.2026).
    • Deutsche Bank AG: Mediensprecherin (18.09.2026).
    • Deutsche Kreditbank AG (DKB): Leiter Pressestelle / Pressesprecher (16.09.2026).
    • Hamburger Sparkasse (Haspa): Pressesprecher Media Relations (16.09.2026).
    • ING Deutschland: Pressesprecher External Communication (16.09.2026).
    • NORD/LB (Norddeutsche Landesbank): Pressesprecherin Unternehmenskommunikation (16.09.2026).
    • Norisbank: Mediensprecherin (18.09.2026).
    • Postbank: Mediensprecherin (18.09.2026).
    • Sparda-Bank München eG: Pressestelle Kommunikation (18.09.2026).
    • Sparda-Bank West eG: Pressesprecher Unternehmenskommunikation (18.09.2026).
    • Stadtsparkasse München: Pressesprecherin Unternehmenskommunikation, Presse und externe Kommunikation (21.09.2026).
    • Targobank (TARGO Deutschland GmbH): Pressesprecher Unternehmenskommunikation (18.09.2026).

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Projektleiterin

Kristin Halle

Kristin Halle hat sich auf die Bereiche Finanzen und Wirtschaft spezialisiert. Nach dem Erwerb der allgemeinen Hochschulreife an einem beruflichen Gymnasium mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt schloss sie 2016 ihr Bachelor-Studium der Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Controlling in Leipzig ab. Zudem verfügt sie über die Ausbildereignung (IHK) und ist bei uns als Ausbilderin für Nachwuchskräfte tätig. Ihre berufliche Laufbahn bei Franke-Media.net begann sie zunächst als Junior Analystin. Mittlerweile leitet sie bei uns als Projektmanagerin die Portale Kreditkarte.net, Konto.org und Kostenloses-konto.net. In dieser Funktion verantwortet sie die kontinuierliche Qualitätssicherung und Aktualität der vorgestellten Finanzprodukte. Sie arbeitet stetig an der Weiterentwicklung unserer Vergleiche, Testverfahren und Ratgeberinhalte. Darüber hinaus wirkt sie aktiv an Affiliate-Marketing-Kooperationen und der Betreuung unserer Partnernetzwerke mit.