Die Europäische Zentralbank (EZB) plant die erste vollständige Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Einführung im Jahr 2002. Von den zahlreichen Einreichungen haben es zehn vielversprechende Design-Vorschläge in die finale Auswahl geschafft. Menschen in ganz Europa sind dazu aufgerufen, über ihre Favoriten abzustimmen. Ein weiterer spannender Ansatz aus dem Themenfeld ‚Flüsse und Vögel‘ zeigt sich im Design-Entwurf I.
Wer steckt hinter dem Design?
Der „Entwurf I“ stammt von der französischen Designerin Isabelle Daëron. Mit ihrem Ansatz rückt sie das Thema Bewegung in den Mittelpunkt, um die Dynamik Europas sowie die stetigen materiellen und immateriellen Ströme, die den Kontinent durchziehen, visuell greifbar zu machen.
Was ist auf den Scheinen dargestellt?
Design I begleitet den Verlauf des Wassers von der Bergquelle bis zum Ozean. Als ständiger Begleiter und „wahrer Botschafter“ fungieren dabei europäische Vögel. Sie symbolisieren das Zwiegespräch und die gegenseitige Abhängigkeit zwischen unseren Gesellschaften und der Natur. Auf der Vorderseite ist der Vogel jeweils allein in seiner Landschaft zu sehen, auf der Rückseite taucht er als dynamischer Schwarm rund um die Institutionen der Europäischen Union auf.
Die Symbolik von Design I im Detail
Die Vorderseite:
Hier offenbart der Flug des Vogels die europäische Landschaft, die er durchquert. Eine Besonderheit ist der grafische Stil: Die Motive entstehen durch das Zusammenspiel zweier Muster – das eine ist mit Filzstift handgezeichnet, das andere vektorbasiert. Diese Kombination aus Handwerk und digitaler Präzision verkörpert den Zusammenhalt durch Vielfalt.
Die Rückseite:
Auf der Rückseite werden die Gebäude der EU-Institutionen gezeigt. Der Vogel von der Vorderseite kehrt hier als großer Schwarm zurück, der die Architektur umgibt. Dies unterstreicht das Thema der stetigen Bewegung und den kollektiven Geist der Europäischen Union.
Hier ist die detaillierte Aufschlüsselung der Motive pro Geldschein:
5-Euro-Schein
- Vorderseite: Eine Gebirgsquelle und ein einzelner Mauerläufer.
- Rückseite: Das Gebäude des Europäischen Parlaments, umgeben von einem Schwarm fliegender Mauerläufer.
10-Euro-Schein
- Vorderseite: Ein Wasserfall und ein einzelner Eisvogel.
- Rückseite: Das Gebäude der Europäischen Kommission, begleitet von einem Eisvogel-Schwarm.
20-Euro-Schein
- Vorderseite: Ein eingegrabenes Flusstal und ein einzelner Bienenfresser.
- Rückseite: Der Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB), umkreist von einem Bienenfresser-Schwarm.
50-Euro-Schein
- Vorderseite: Ein gewundener Fluss und ein fliegender Weißstorch.
- Rückseite: Der Gerichtshof der Europäischen Union, umgeben von einem Weißstorch-Schwarm.
100-Euro-Schein
- Vorderseite: Eine Flussmündung und ein einzelner Säbelschnäbler.
- Rückseite: Die Gebäude des Europäischen Rates und des Rates der Europäischen Union, überflogen von einem Vogelschwarm.
200-Euro-Schein
- Vorderseite: Eine Meereslandschaft mit Ozeanwellen und ein einzelner Basstölpel.
- Rückseite: Der Europäische Rechnungshof, umgeben von einem Basstölpel-Schwarm.
Hintergrund zu den neuen Euro-Scheinen
Die zur Wahl stehenden Banknoten-Entwürfe basieren auf zwei festgelegten Hauptthemen: „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“. Neben der optischen Erneuerung der Geldscheine, die in den Stückelungen von 5 bis 200 Euro geplant sind, verfolgt die EZB auch wichtige praktische und ökologische Ziele. Die zukünftigen Scheine sollen aus innovativen Materialien bestehen und durch neue Produktionsverfahren umweltfreundlicher und langlebiger werden, um den ökologischen Fußabdruck des Bargelds zu minimieren. Zudem wird ein großer Fokus auf die Barrierefreiheit gelegt: Die Banknoten sollen für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen noch leichter erkennbar und voneinander unterscheidbar sein.
Wie geht es weiter?
Die Europäische Zentralbank lässt die Bürger direkt an der Gestaltung der gemeinsamen Währung teilhaben: Die öffentliche Online-Umfrage läuft aktuell noch bis zum 21. September 2026. Bis zu diesem Stichtag haben alle Europäer die Möglichkeit, auf der Website der EZB ihre Meinung zu den Entwürfen abzugeben und ihren Favoriten zu wählen.
Nach Ende der Umfrage werden die Rückmeldungen aus der Bevölkerung ausgewertet. Der EZB-Rat wird sich voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2026 auf ein finales Design festlegen. Danach folgen die detaillierte technische Ausarbeitung sowie umfassende Tests der neuen Sicherheitsmerkmale, bevor die neuen Geldscheine schließlich in den Druck gehen und schrittweise in den Umlauf gebracht werden.











