Die Europäische Zentralbank (EZB) plant die erste vollständige Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Einführung im Jahr 2002. Von den zahlreichen Einreichungen haben es zehn vielversprechende Design-Vorschläge in die finale Auswahl geschafft. Menschen in ganz Europa sind dazu aufgerufen, über ihre Favoriten abzustimmen. Einer der markantesten Vorschläge aus der Kategorie „Europäische Kultur“ ist der Design-Entwurf G.
Wer sind die Designer?
Der „Entwurf G“ stammt von den spanischen Designstudios Rubio & del Amo sowie Cruz más Cruz. Mit ihrem Ansatz haben sie ein Design gewählt, das den direkten Dialog zwischen historischen Vordenkern und den heutigen Menschen in Europa in den Fokus rückt. Strukturell besticht das Design durch ein markantes lineares Muster und eine clevere typografische Idee.
Was ist auf den Scheinen dargestellt?
Design G setzt auf eine starke visuelle Verbindung: Ein einnehmender Blick der abgebildeten Persönlichkeiten trifft den Betrachter direkt aus der Mitte der Banknote. Das Design nutzt dominierende, einheitliche Farben für jeden Schein und ein prägnantes lineares Muster, das für eine gemeinsame Textur sorgt. Eine Besonderheit: Dreht man die Banknoten vertikal, offenbaren sich vier Blöcke, die durch die Buchstaben „E“, „U“, „R“ und „O“ inspiriert sind.
Die Symbolik von Design G im Detail
Die Vorderseite:
Hier steht der intensive Blick der berühmten Persönlichkeiten im Zentrum, der eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart schlägt. Die Gesichter verschmelzen mit grafischen Linien, die das Konzept strukturieren und das Motiv zusammenhalten.
Die Rückseite:
Auf der Rückseite wird gezeigt, wie der Geist der kulturellen Vorreiter im heutigen Alltag weiterlebt. Zeitgenössische Szenen veranschaulichen, dass Europa ein lebendiger Ort der Ideen bleibt. Die vier markanten vertikalen Blöcke strukturieren dabei die Szenerie.
Hier ist die detaillierte Aufschlüsselung der Motive pro Geldschein:
5-Euro-Schein (Thema: Darstellende Kunst)
- Vorderseite: Einnehmender Blick der weltberühmten Sopranistin Maria Callas aus der Mitte der Banknote.
- Rückseite: Straßenkünstler (die z. B. Musik, Tanz und Theater darbieten) unterhalten vorbeilaufende Menschen auf der Straße.
10-Euro-Schein (Thema: Musik)
- Vorderseite: Einnehmender Blick des Komponisten Ludwig van Beethoven.
- Rückseite: Ein fröhliches Sängerfest mit einem Chor, der aus Kindern und jungen Erwachsenen besteht.
20-Euro-Schein (Thema: Schulen und Universitäten)
- Vorderseite: Einnehmender Blick der Physikerin und Chemikerin Marie Curie (zweifache Nobelpreisträgerin).
- Rückseite: Eine Lern- und Bildungsszene an einer Schule oder Universität; gezeigt werden ein Lehrer sowie Schüler und Studenten. Auf den Tischen liegen moderne Laptops und klassische Bücher.
50-Euro-Schein (Thema: Bibliotheken)
- Vorderseite: Einnehmender Blick des spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes (Autor von „Don Quijote“).
- Rückseite: Eine Bibliotheksszene, in der Erwachsene physische Bücher sowie E-Books lesen. Daneben versuchen ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen, sich gemeinsam ein Buch aus einem Regal zu holen.
100-Euro-Schein (Thema: Museen und Ausstellungen)
- Vorderseite: Einnehmender Blick des italienischen Künstlers und Universalgelehrten Leonardo da Vinci.
- Rückseite: Menschen verschiedenen Alters, die zusammen Kunst betrachten – darunter sogenannte „Streetart“ (Straßenkunst) sowie zeitgenössische Kunstwerke.
200-Euro-Schein (Thema: Öffentliche Plätze)
- Vorderseite: Einnehmender Blick der österreichischen Pazifistin, Schriftstellerin und Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner.
- Rückseite: Ein belebter, öffentlicher Platz mit Bäumen. Hier kommen Jung und Alt zusammen, flanieren, unterhalten sich und spielen, was den gemeinsamen öffentlichen Raum in Europa symbolisiert.
Hintergrund zu den neuen Euro-Scheinen
Die zur Wahl stehenden Banknoten-Entwürfe basieren auf zwei festgelegten Hauptthemen: „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“. Neben der optischen Erneuerung der Geldscheine, die in den Stückelungen von 5 bis 200 Euro geplant sind, verfolgt die EZB auch wichtige praktische und ökologische Ziele. Die zukünftigen Scheine sollen aus innovativen Materialien bestehen und durch neue Produktionsverfahren umweltfreundlicher und langlebiger werden, um den ökologischen Fußabdruck des Bargelds zu minimieren. Zudem wird ein großer Fokus auf die Barrierefreiheit gelegt: Die Banknoten sollen für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen noch leichter erkennbar und voneinander unterscheidbar sein.
Wie geht es weiter?
Die Europäische Zentralbank lässt die Bürger direkt an der Gestaltung der gemeinsamen Währung teilhaben: Die öffentliche Online-Umfrage läuft aktuell noch bis zum 21. September 2026. Bis zu diesem Stichtag haben alle Europäer die Möglichkeit, auf der Website der EZB ihre Meinung zu den Entwürfen abzugeben und ihren Favoriten zu wählen.
Nach Ende der Umfrage werden die Rückmeldungen aus der Bevölkerung ausgewertet. Der EZB-Rat wird sich voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2026 auf ein finales Design festlegen. Danach folgen die detaillierte technische Ausarbeitung sowie umfassende Tests der neuen Sicherheitsmerkmale, bevor die neuen Geldscheine schließlich in den Druck gehen und schrittweise in den Umlauf gebracht werden.











