Die Europäische Zentralbank (EZB) plant die erste vollständige Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Einführung im Jahr 2002. Von den zahlreichen Einreichungen haben es zehn vielversprechende Design-Vorschläge in die finale Auswahl geschafft. Menschen in ganz Europa sind dazu aufgerufen, über ihre Favoriten abzustimmen. Einer der markantesten Vorschläge aus der Kategorie „Europäische Kultur“ ist der Design-Entwurf F.
Wer ist der Designer?
Der „Entwurf F“ stammt von dem deutschen Illustrator Jan Robert Dünnweller. Mit seinem Ansatz hat er ein Design gewählt, das das offizielle Motto der Europäischen Union – „In Vielfalt geeint“ – veranschaulicht. Es stellt die reiche gemeinsame Kulturgeschichte in den Fokus und zeigt, wie europäische Identität durch Vielfalt gestärkt wird.
Was ist auf den Scheinen dargestellt?
Design F setzt auf handgezeichnete Porträts ikonischer europäischer Persönlichkeiten, die unser kulturelles Erbe repräsentieren. Diese Porträts sowie die abgebildeten Kulturräume werden mit einer speziellen Collage aus zahlreichen Formen und Oberflächenstrukturen hinterlegt. Diese Collage visualisiert die Vielfalt und verbindet die unterschiedlichen Elemente zu einem neuen Ganzen.
Die Symbolik von Design F im Detail
Die Vorderseite:
Hier stehen die detailreichen, handgezeichneten Porträts berühmter Vordenker und Kulturschaffender im Zentrum. Die im Hintergrund liegende Collage-Technik aus verschiedenen Texturen steht für die kulturelle Diversität Europas, aus der sich eine gemeinsame Identität formt.
Die Rückseite:
Passend zur Vorderseite werden auf der Rückseite gemeinsame Kulturräume als konkrete Ausdrucksformen der europäischen Idee dargestellt. Auch hier verknüpft der aus einer Collage bestehende Hintergrund die verschiedenen Szenerien und unterstreicht, dass unser Zugehörigkeitsgefühl auf gemeinsamen Werten basiert.
Hier ist die detaillierte Aufschlüsselung der Motive pro Geldschein:
5-Euro-Schein (Thema: Darstellende Kunst)
- Vorderseite: Handgezeichnetes Porträt der weltberühmten Sopranistin Maria Callas.
- Rückseite: Straßenkünstler (die z. B. Musik, Tanz und Theater darbieten) unterhalten vorbeilaufende Menschen auf der Straße.
10-Euro-Schein (Thema: Musik)
- Vorderseite: Handgezeichnetes Porträt des Komponisten Ludwig van Beethoven.
- Rückseite: Ein fröhliches Sängerfest mit einem Chor, der aus Kindern und jungen Erwachsenen besteht.
20-Euro-Schein (Thema: Schulen und Universitäten)
- Vorderseite: Handgezeichnetes Porträt der Physikerin und Chemikerin Marie Curie (zweifache Nobelpreisträgerin).
- Rückseite: Eine Lern- und Bildungsszene an einer Schule oder Universität; gezeigt werden eine Lehrkraft sowie Schüler bzw. Studenten. Auf den Tischen liegen moderne Laptops und klassische Bücher.
50-Euro-Schein (Thema: Bibliotheken)
- Vorderseite: Handgezeichnetes Porträt des spanischen Schriftstellers Miguel de Cervantes (Autor von „Don Quijote“).
- Rückseite: Eine Bibliotheksszene, in der Erwachsene physische Bücher sowie E-Books lesen. Daneben versuchen ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen, sich gemeinsam ein Buch aus einem Regal zu holen.
100-Euro-Schein (Thema: Museen und Ausstellungen)
- Vorderseite: Handgezeichnetes Porträt des italienischen Künstlers und Universalgelehrten Leonardo da Vinci.
- Rückseite: Menschen verschiedenen Alters, die zusammen Kunst betrachten – darunter sogenannte „Streetart“ (Straßenkunst) sowie zeitgenössische Kunstwerke.
200-Euro-Schein (Thema: Öffentliche Plätze)
- Vorderseite: Handgezeichnetes Porträt der österreichischen Pazifistin, Schriftstellerin und Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner.
- Rückseite: Ein belebter, öffentlicher Platz mit Bäumen. Hier kommen Jung und Alt zusammen, flanieren, unterhalten sich und spielen, was den gemeinsamen öffentlichen Raum in Europa symbolisiert.
Hintergrund zu den neuen Euro-Scheinen
Die zur Wahl stehenden Banknoten-Entwürfe basieren auf zwei festgelegten Hauptthemen: „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“. Neben der optischen Erneuerung der Geldscheine, die in den Stückelungen von 5 bis 200 Euro geplant sind, verfolgt die EZB auch wichtige praktische und ökologische Ziele. Die zukünftigen Scheine sollen aus innovativen Materialien bestehen und durch neue Produktionsverfahren umweltfreundlicher und langlebiger werden, um den ökologischen Fußabdruck des Bargelds zu minimieren. Zudem wird ein großer Fokus auf die Barrierefreiheit gelegt: Die Banknoten sollen für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen noch leichter erkennbar und voneinander unterscheidbar sein.
Wie geht es weiter?
Die Europäische Zentralbank lässt die Bürger direkt an der Gestaltung der gemeinsamen Währung teilhaben: Die öffentliche Online-Umfrage läuft aktuell noch bis zum 21. September 2026. Bis zu diesem Stichtag haben alle Europäer die Möglichkeit, auf der Website der EZB ihre Meinung zu den Entwürfen abzugeben und ihren Favoriten zu wählen.
Nach Ende der Umfrage werden die Rückmeldungen aus der Bevölkerung ausgewertet. Der EZB-Rat wird sich voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2026 auf ein finales Design festlegen. Danach folgen die detaillierte technische Ausarbeitung sowie umfassende Tests der neuen Sicherheitsmerkmale, bevor die neuen Geldscheine schließlich in den Druck gehen und schrittweise in den Umlauf gebracht werden.











