Social Banking

Social BankingFinanzkrise und Euro-Staatsschuldenkrise haben das Vertrauen der Bankkunden in Banken, Volksbanken und Sparkassen stark erschüttert. Bankkunden machen sich Gedanken und werden kritisch, wenn es um die sinnvolle und sozialverträgliche Anlage ihres Geldes geht.

Die Konsequenz: In Sorge um ihre finanziellen Zukunftsperspektiven suchen Bankkunden neue Wege. Statt auf den Bankberater verlässt man sich heute lieber auf Empfehlungen von Freunden und der Community oder sucht den Weg zu Finanzinstituten, die zugunsten des Kunden sozial und ökologisch nachhaltig investieren, nicht aber primär an der schnellen Rendite interessiert sind. Mit ihren Kunden müssen sich auch Finanzinstitute bewegen – sich von traditionellen Vorstellungen lösen und offen für Neues sein. Nur ein weitreichender Bewusstseinswandel führt zu neuen Chancen.

Was bedeutet Social Banking?

Für Social Banking gibt es verschiedene Definitionen und Ansätze. Während hierzulande das Wort „social“ häufig mit wirtschaftlichen Aktivitäten im Sinne von „gemeinnützig“ und „wohltätig“ in Zusammenhang gebracht wird, finden sich im englischsprachigen Raum eher Bezüge zu „Community“ bzw. Social-Media-Verwendung. Social Banking sollte also nicht nur im engeren Sinne als ethisches Banking definiert werden, sondern als gemeinsames Handeln. Beide Ansätze könnten das Verhalten in der Finanzbranche beeinflussen.

1. Social Banking: Wie wird nachhaltiges Banking definiert?

Nachhaltiges BankingUnter anthroposophischer Betrachtung handeln ethische Banken orientiert an Kriterien und Werten kultureller, sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit. Im Gegensatz zur Politik der Großbanken setzen Social Banks auf solide, ethisch und ökologisch vertretbare Produkte. Damit grenzen sie sich nicht nur von zu teils hoch spekulativen Anlageprodukten der Großbanken ab, sondern setzen Kriterien in den Fokus, die Anlegern versichern, dass sie in nachhaltige Produkte, Projekte etc. investieren. Produkte, die unter ökologischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten moralisch vertretbar sind. Oft wird dabei von einem “Einklang” gesprochen: Zwischen Mensch – Umwelt – Wirtschaft. Dieser Einklang kann durch nachhaltige Produkte, z.B. erneuerbare Energien wie Wind-und Solarkraft, nachhaltige Immobilien, soziale Projekten etc. bewahrt werden.

Die Darmstädter Definition nachhaltiger Geldanlagen lautet: Sie “[…] tragen zu einer zukunftsfähigen Entwicklung bei. Sie ermöglichen dies durch eine umfassende Analyse der Anlageobjekte. Diese Analyse berücksichtigt wirtschaftliche und soziale Leistungen, Naturverträglichkeit und gesellschaftliche Leistungen.” (Gottwald, Franz-Theo/ Spinkart, Karl Peter. Fair Finance. Das Kapital der Zukunft. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH, München. S. 138)

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2. Social Banking 2.0: Was ist Community-Banking?

Banking in der CommunityIm Internet haben sich neue Finanzierungs- und Geldmodelle entwickelt, die zukünftig mit traditionellen Banken und deren Leistungen im Wettbewerb stehen sollen. Dabei wird verstärkt auf die nachhaltigen Entwicklungen des Internets und die Prinzipien sowie die Wirkungsmechanismen des Web-2.0 gesetzt. Beim „Social Banking“ oder auch „Social Finance“ im Web-2.0 rückt die „Community“, also die Gemeinschaft, in den Mittelpunkt der Bankgeschäfte. Von diesem Konzept profitieren Banken und Kunden gleichermaßen.

Durch den Austausch mit anderen Mitgliedern können Kunden vom Wissen erfolgreicher Anleger partizipieren und somit mehr Unabhängigkeit erlangen. Die Möglichkeit, Produkte und Konditionen mitzubestimmen und somit auf die Entwicklung der Bank Einfluss zu nehmen, erhöht die Bindung zum Finanzinstitut. Durch die Integration von Kunden und Kundenwünsche können die Produkte an die Bedürfnisse der Kunden angepasst und somit optimal vermarktet werden.

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3. Social Lending: Was bedeutet Peer-to-Peer-Lending?

Bei „Social Lending“ handelt es sich um die Kreditvergabe von Mensch zu Mensch. Geldgeber und Geldsucher finden sich auf Plattformen im Internet zusammen, um transparent und selbstbestimmt Geld zu investieren bzw. sich Geld zu leihen. So genannte Peer-2-Peer Plattformen bieten für interessierte Kreditsuchenden eine interessante Alternative zur Kapitalbeschaffung und für Investoren eine durchaus lukrative Anlagemöglichkeit.

Für Dominik Faßbender ergibt sich diese weitgefasste Definition eines P2P-Kredits: „Ein Peer-to-Peer-Kredit (P2P) ist ein direkter Privat-Kredit zwischen originären Kreditnehmer(n) und originären Kreditgeber(n), bei dem Kreditnehmer und Kreditgeber natürliche Personen sind.“ (P2P – Kreditmärkte als Finanzintermediäre 2011, Seite 12)

Christian Messerschmidt sieht in dem Begriff Peer-to-Peer-Lending elektronische Märkte „auf denen Kreditangebot und –nachfrage direkt zusammengeführt werden.“ (Web 2.0 im Retail Banking, S. 118)

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Wie begann die Finanzmarktkrise?

Die Insolvenz der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 (15.09.2008 auch als „Schwarzer Montag“ bezeichnet) war einer der ersten Höhepunkte der internationalen Finanzmarktkrise, die bereits 12 Monate zuvor durch die Schieflage zweier Hedgefonds der New Yorker Investmentbank Bear Stearns ins Laufen kam. Von der Lehman-Pleite gingen Schockwellen aus die weltweit die Finanzmärkte erschütterten. Auch das Vertrauen in das Bankensystem wurde stark in Mitleidenschaft gezogen.

Hauptursache: Subprime-Krise

Den Ursprung der Finanzkrise ist in einem recht kleinen Segment für riskante Kredite am US-amerikanischen Hypothekenmarkt (so genanntes „Subprime-Segment“) zu finden. Durch die staatliche Förderung der Immobilienfinanzierung wurden auch Hypothekenkredite an Schuldner mit schlechter Bonität vergeben. Die dadurch ausgelöste Nachfrage legte den Grundstein für den Immobilienboom und den Anstieg der Immobilienpreise. Für ihre Hypotheken-Kreditverträge zahlten Kunden anfangs nur geringe Zinsen. Diese Zinsen wurden nach einigen Jahren deutlich angehoben, was bei vielen Kunden zu Schwierigkeiten führte. Vor allem bonitätsschwache Schuldner konnten ihre Verbindlichkeiten nicht mehr vollständig bedienen. Es folgten zahlreiche Zwangsversteigerungen der durch Hypotheken besicherten Häuser. Das Überangebot an Eigenheimen ließ die Preise drastisch nach unten fallen. Schuldner wurden häufiger zahlungsunfähig, da der Verkaufserlös ihrer Immobilien die aufgenommenen Schulden nicht mehr decken konnten, die Hypothekenbanken blieben auf ihren Forderungen sitzen.

Weitere Auslöser der Finanzkrise

Billiges Geld: Nach der drastischen Leitzins-Senkung der US-Notenbank Fed im September 2001 nutzten Millionen Bürger die zinsgünstigen Kredite für den Kaufrausch auf Pump, erhöhten ihre Hypothek für den Kauf weiterer Immobilien oder investierten in Autos, Möbel oder Elektrogeräte.

Komplizierte Finanzprodukte: Mit Aussicht nach immer höheren Renditen griffen Kapitalanleger zu neuartigen und komplexen Finanzprodukten. Durch die fehlende Transparenz konnten Struktur und das Risiko jedoch nicht erkannt werden.

Falsche Vergütungsstrukturen: Je mehr Risikopapiere Investmentbanker verkauften, desto höhere Boni erhielten sie. Bei Verlusten wurden sie nicht in Haftung genommen, weshalb immer höhere Risiken eingegangen wurden.

Aus der US-Krise wurde eine weltweite Krise, die auch bei deutschen Banken zu großen Problemen führte. Während die Privatbanken zum Großteil schwarze Zahlen schrieben, mussten einige Landesbanken Milliardenverluste verkraften.

Die Finanzmarktkrise stellte die Regierung vor neue Herausforderungen. Zur Stabilisation des Banken und Finanzsystems mussten öffentliche Finanzhilfen in Billionenhöhe fließen. Allein in Deutschland wurde ein Rettungspaket von 480 Milliarden Euro geschnürt. Das zentrale Instrument des Rettungspaketes in Deutschland ist der Finanzmarktstabilisierungsfonds. Die Finanzkrise entwickelt sich zur Wirtschaftskrise, die Deutschland geradewegs in eine Rezession führte.


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