Dispozinsen im Februar – Zwölf Prozent der Einwohner überziehen ihr Konto

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Beitragsbild zeigt eine Frau, die am Küchentisch angespannt Finanzdokumente durchgeht
©adobestock by Geber86

Nach einer monatlichen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von Smava sind im Februar 2026 zwölf Prozent aller Volljährigen mit ihrem Kontostand im Minus. Damit steigt der Anteil im Vergleich zum Vormonat Januar um 0,6 Prozentpunkte bzw. 5,3 Prozent. Hochgerechnet bedeutet das, dass rund 8,1 Millionen Menschen in Deutschland im Dispo stecken. Wir werfen einen genaueren Blick auf die Daten und zeigen, in welchen Bundesländern die Einwohner am häufigsten ihr Konto überziehen, wo Kontoinhaber besonders oft den Überblick über ihren Kontostand verlieren – und wie stark die Zinslast dabei ins Gewicht fällt.

Bremen führt bei Kontoüberziehungen

Am häufigsten im Minus sind die Einwohner von Bremen: 13,8 Prozent der Befragten hatten ihre Konten im Februar überzogen. Darauf folgt Baden-Württemberg mit einem Anteil von 13,6 Prozent und an dritter Stelle Schleswig-Holstein mit 13,4 Prozent.

Weiterhin kennen 12,5 Prozent der Befragten, was nach Hochrechnung rund 8,4 Millionen Menschen entspricht, ihren Kontostand nicht. Die Fraktion der Unwissenden verringerte sich damit um 0,2 Prozentpunkten oder 1,6 Prozent im Vergleich zum Januar. Am wenigsten interessiert sind die Sachsen, bei denen 14,6 Prozent der Befragten keine Auskunft geben können. Platz Zwei teilen sich Baden-Württemberg und Hessen mit 13,9 Prozent der volljährigen Girokontobesitzer.

Alle Bundesländer auf einen Blick als Tabelle:

Bundesland Konto im Minus Änderung zum Vormonat* Konto im Plus Unklar
Bremen 13,8% -7,0 73,8% 12,4%
Baden-Württemberg 13,6% -3,2 72,5% 13,9%
Schleswig-Holstein 13,4% -3,4 77,3% 9,3%
Rheinland-Pfalz 13,1% -1,2 73,2% 13,7%
Niedersachsen 12,6% -0,6 75,5% 11,9%
Nordrhein-Westfalen 12,4% -1,1 75,2% 12,4%
Bayern 12,2% +0,2 76,7% 11,1%
Saarland 12,1% +5,9 78,7% 9,2%
Hessen 12,0% +0,2 74,1% 13,9%
Thüringen 11,1% +0,4 75,5% 13,4%
Hamburg 10,7% +2,0 77,1% 12,2%
Sachsen-Anhalt 10,0% +2,3 77,2% 12,8%
Sachsen 9,3% +0,7 76,1% 14,6%
Berlin 9,1% +0,7 78,5% 12,4%
Mecklenburg-Vorpommern 9,1% +0,6 79,8% 11,1%
Brandenburg 8,9% +1,6 78,7% 12,4%
Gesamt 12,5% +0,2 75,5% 12,0%
*in Prozentpunkten. Quelle: Civey Umfrage im Auftrag von Smava, n=5000, Statistischer Fehler 2,5 Prozentpunkte Gesamtergebnis

Hinweis: Umfrageteilnehmer von Civey antworten selbstselektierend online auf Fragen und kann zu Verzerrungen führen. Es gibt zudem einen statistischen Fehler, sodass der wahre Wert 2,5 Prozentpunkte über oder unter dem Befragungsergebnissen liegen kann.

Dennoch führen Dreiviertel, nämlich 75,5 Prozent oder umgerechnet rund 51 Millionen Menschen, ihr Konto im Haben. Im Februar waren Einwohner von Mecklenburg-Vorpommern am besten aufgestellt, denn hier sind 79,8 Prozent der Befragten im Plus. Gut haushalten können aber auch Menschen im Saarland und in Brandenburg, von denen jeweils 78,7 Prozent in den schwarzen Zahlen sind.

Jeder Zwanzigste sitzt auf Dispo-Schulden von über 2.000 Euro

Smava gibt auch Auskunft, wie stark Schuldner ihren Disporahmen nutzen. Im Februar 2026 nehmen sechs Prozent der Teilnehmer, hochgerechnet rund vier Millionen Personen, einen Kredit unter 1.000 Euro. 1,1 Prozent der Befragten, rechnerisch weniger als 700.000 Menschen, liegen zwischen einem Minus von 1.001 Euro bis 2.000 Euro. 4,9 Prozent bzw. umgewandelt 3,3 Millionen Personen müssen über 2.000 Euro zurückzahlen. In Schleswig-Holstein betrifft das sieben Prozent der Befragten, mehr als die Hälfte aller Schuldner.

Surftipp: Girokonten mit Dispo im Vergleich

Beispielrechnung monatliche Zinslast: 88,4 Millionen Euro

Zusammen mit den durchschnittlichen Überziehungszinssatz der Bundesbank von 9,30 Prozent können wir die Zinslast für Februar beispielhaft errechnen. Wir gehen von der Annahme aus, dass alle Umfragewerte korrekt sind, und benutzen als mögliche Mittelwerte Kontoschulden von 500 Euro, 1.500 Euro und 2.500 Euro.

Die monatlichen Zinsen für einen Kontoinhaber mit minus 2.500 Euro belaufen sich derzeit rechnerisch auf 19,38 Euro, für 1.500 Euro Dispo würden 11,63 Euro Zinsen pro Peron in einem Monat fällig und für 500 Euro müssten 3,88 Euro gezahlt werden. Hochgerechnet für alle Überziehungen ergibt sich eine potentielle Zinslast von 88,4 Millionen Euro – 1,2 Millionen Euro mehr als das Ergebnis der Beispielrechnung für Januar.

Kontoüberziehung über -2.000€ -2.000€ – -1.001€ -1.001€ – 0€
Beispielwert 2.500 € 1.500 € 500 €
Zinsen pro Person 19,38 € 11,63 € 3,88 €
Anteil Kontoinhaber 4,9% 1,1% 6,0%
Anzahl Kontoinhaber 3.308.183 742.653 4.050.836
Zinslast 64.096.046,79 € 8.633.345,08 € 15.696.991,05 €
Gesamt 88.426.382,92 €
Hinweis: Rechnung mit Beispielwerten unter Grundannahme, dass gemessene Befragungswerte den wahren Werten entsprechen.

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