
Wie bei den Privatbanken senken auch die Volksbanken und Sparkassen ihre Dispozinsen. Wir schlüsseln die Zinssätze für die einzelnen Bundesländer auf und vergleichen natürlich auch mit den Privatbanken, denn beide Bankenverbände bewegen sich weiterhin über dem Durchschnitt dem Bundesdurchschnitt.
Durchschnittlicher Überziehungszins fällt
Die Sparkassenzinsen wurden im Vergleich zur letzten Erhebung am 27.11. um drei Basispunkt von 11,67 auf 11,64 Prozent p.a. reduziert, während die VR-Banken ihre Zinsen von 11,55 auf 11,53 Prozent p.a. senkten. Kombinieren wir beide Datenreihen, ergibt sich ein um zwei Basispunkte gesunkener Durchschnitt von 11,48 Prozent p.a.. Hier sind unsere Zahlen:
| Bundesland | Institute | Dispozins Minimum |
Dispozins Maximum |
Dispozins Durchschnitt |
Spanne der Zinsen in Prozentpunkten |
Abweichung vom Bundesdurchschnitt | Veränderung zum Vormonat |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 167 | 7,40% | 14,75% | 11,33% | 7,35 | -1,36% | -0,06 |
| Bayern | 227 | 6,79% | 15,37% | 11,52% | 8,58 | 0,34% | -0,02 |
| Berlin | 2 | 8,95% | 13,43% | 11,19% | 4,48 | -2,53% | 0,00 |
| Brandenburg | 22 | 7,97% | 13,08% | 10,54% | 5,11 | -8,22% | -0,07 |
| Bremen | 4 | 10,49% | 12,04% | 11,10% | 1,55 | -3,35% | 0,00 |
| Hamburg | 3 | 11,66% | 14,84% | 12,73% | 3,18 | 10,85% | 0,00 |
| Hessen | 78 | 5,89% | 13,46% | 10,85% | 7,57 | -5,54% | 0,00 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 13 | 9,01% | 14,70% | 11,55% | 5,69 | 0,55% | 0,00 |
| Niedersachsen | 117 | 8,00% | 14,80% | 11,71% | 6,80 | 1,95% | -0,03 |
| Nordrhein-Westfalen | 159 | 8,05% | 15,59% | 12,17% | 7,54 | 6,03% | +0,04 |
| Rheinland-Pfalz | 52 | 9,05% | 14,08% | 11,92% | 5,03 | 3,80% | 0,00 |
| Saarland | 10 | 9,86% | 13,54% | 12,09% | 3,68 | 5,29% | -0,09 |
| Sachsen | 30 | 7,68% | 13,65% | 11,51% | 5,97 | 0,26% | -0,01 |
| Sachsen-Anhalt | 25 | 8,39% | 13,90% | 11,26% | 5,51 | -1,96% | +0,01 |
| Schleswig-Holstein | 29 | 7,99% | 14,64% | 11,78% | 6,65 | 2,58% | -0,05 |
| Thüringen | 25 | 5,19% | 14,53% | 10,49% | 9,34 | -8,69% | -0,01 |
| Gesamt | 963 | 8,27% | 14,15% | 11,48% | 5,88 | / | -0,02 |
Surftipp: Dispozinsen der VR-Banken
Wichtiger Hinweis: da es zurzeit insgesamt 963 regional ansässige Sparkassen und VR-Banken in Deutschland gibt, ist unsere Auswertung der Zinsen nicht in einem festen monatlichen Rhythmus möglich. Die Zahlen der Sparkassen befinden sich auf dem Stand vom 31.12.2025 und die der Volksbanken wurden zuletzt am 29.12.2025 überprüft.
So stark beeinflusst der Wohnort die Zinsen
Nimmt sich ein Kunde bei einer lokalen Sparkasse oder VR-Bank einen Dispokredit, gibt es eine beträchtliche Spanne zwischen günstigsten und schlechtesten Zinssatz. Bei einem Kredit von 1.000 Euro über ein Jahr sieht dies so aus:
- Kunden der Kreissparkasse Gotha aus Thüringen können sich freuen: Diese verlangt weiter lediglich 5,19 Prozent p.a., also 51,90 Euro, Zinsen im Jahr.
- Am teuersten ist eine Überziehung für Kunden der Volksbank Gemen eG in Bayern: Hier zahlt man für die gleiche Leistung 15,59 Prozent p.a., also 155,90 Euro Zinsen pro Jahr. Das sind ganze 104 Euro mehr.
- Von allen Bundesländern ist die Überziehung in Hamburg am kostspieligsten: Durchschnittlicher Dispozinssatz ist 12,73 Prozent p.a. und würde 127,30 Euro Zinsen pro Jahr kosten.
- Am günstigsten sind die Dispozinsen in Thüringen: Bei einem mittleren Überziehungszins von 10,49 Prozent p.a. bezahlen Kunden dort 104,90 Euro Zinsen im Jahr.
Surftipp: Dispozinsen der Sparkassen
Dispozinsen der Privatbanken fast 1,4 Prozent niedriger
Sparkassen und VR-Banken sind natürlich nicht alleine am Markt für Finanzprodukte. In unserem Kontovergleich liegen die Zinsen für einen Überziehungskredit derzeit durchschnittlich bei 10,06 Prozent p.a. für Privatkunden – immerhin 1,42 Prozentpunkte niedriger. Die niedrigsten Zinsen von 6,75 Prozent p.a. bietet die Deutsche Skatbank, die zur VR-Bank Altenburger Land eG gehört. Der höchste Zinssatz unter den Konten für Privatkunden wird von der Targobank geboten. Hier werden 13,73 Prozent p.a. für die Überziehung verlangt.
Wenn es um das Angebot von Überziehungskrediten geht, kann sich der Blick auf die Zinsen der ortansässigen Sparkasse und VR-Bank durchaus lohnen. Dennoch sind Sparkassen und VR-Banken im Durchschnitt teurer, denn sie sind verpflichtet, die finanzielle Infrastruktur zu unterhalten.
Welcher Bankenverband lohnt sich mehr für Kunden?
Für welchen Bankverband sollten sich also Kunden entscheiden, wenn sie ihre lokale Region unterstützen wollen? Geht es um den Dispozins, liegen die VR-Banken durchschnittlich elf Basispunkte im Vorteil.
Wie immer bestätigen Ausnahmen die Regel. So zum Beispiel hat Hamburg nur zwei Sparkassen und eine VR-Bank, wobei die Sparkassen im Schnitt 3,16 Prozentpunkte weniger für eine Überziehung fordern. Kunden der VR-Banken hingegen erhalten in Schleswig-Holstein 1,89 Prozentpunkte bessere Konditionen.
Durchschnittlicher Dispozins aktuell bei 9,39 Prozent p.a.
Der durchschnittliche Dispozins aller Banken innerhalb Deutschlands lag im Oktober laut der Bundesbank bei 9,39 Prozent p.a., acht Basispunkte unter dem Wert im September. Der Abstand zu den Sparkassen und VR-Banken hat auf 2,09 Prozentpunkte erhöht, sechs Basispunkte mehr als bei unserer letzten Auswertung.
Links: