Die Europäische Zentralbank (EZB) plant die erste vollständige Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Einführung im Jahr 2002. Von den zahlreichen Einreichungen haben es zehn vielversprechende Design-Vorschläge in die finale Auswahl geschafft. Menschen in ganz Europa sind dazu aufgerufen, über ihre Favoriten abzustimmen. Einer der markantesten und kulturell tiefgreifendsten Vorschläge aus der Kategorie „Europäische Kultur“ ist der Design-Entwurf C.
Wer ist der Designer?
Der „Entwurf C“ stammt von dem renommierten Designstudio Neue Gestaltung GmbH aus Berlin. Das Designbüro hat mit seinem Entwurf einen stark kulturbezogenen Ansatz für die neuen Geldscheine gewählt, welcher die reiche Geschichte, die wegweisenden Persönlichkeiten und das gemeinsame Erbe Europas abbildet und sich deutlich von den bisherigen fiktiven Bauwerken abhebt.
Was ist auf den Scheinen dargestellt?
Anders als klassische Entwürfe, die oft fiktive Brücken zeigen, setzt Design C auf das tiefergehende konzeptionelle Thema „Europäische Kultur“. Das Design fungiert als visuelle Reflexion darüber, dass Europas kulturelles Erbe, seine Künste, Wissenschaften und Bildungsinstitutionen uns alle über nationale Grenzen hinweg verbinden. Es ehrt sechs herausragende Persönlichkeiten, die die europäische Kunst, Wissenschaft und Geschichte maßgeblich geprägt haben.
Die Symbolik von Design C im Detail
Im Zentrum von Design C stehen wegweisende historische Persönlichkeiten Europas auf der Vorderseite, verbunden mit zentralen Bereichen des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens auf der Rückseite. Diese Darstellungen symbolisieren das geistige, kreative und soziale Fundament Europas. Die Botschaft: Europa wird durch seine gemeinsame, vielfältige Kultur und den stetigen Austausch von Wissen und Kunst getragen.
Passend zum Motiv der gesamteuropäischen Verbundenheit werden auf der Rückseite alltägliche und gesellschaftliche Szenen gezeigt, die diese kulturellen Errungenschaften in der modernen Gesellschaft verankern – von Straßenkunst über Bildung bis hin zu gemeinsamen öffentlichen Plätzen.
Hier ist die detaillierte Aufschlüsselung der Motive pro Geldschein:
5-Euro-Schein (Thema: Darstellende Kunst)
- Vorderseite: Ein Porträt der legendären Opernsängerin Maria Callas.
- Rückseite: Straßenkünstler (aus den Bereichen Musik, Tanz und Theater), die vorbeilaufende Menschen unterhalten.
10-Euro-Schein (Thema: Musik)
- Vorderseite: Ein Porträt des weltberühmten Komponisten Ludwig van Beethoven.
- Rückseite: Ein lebhaftes Sängerfest mit einem Chor aus Kindern und jungen Erwachsenen.
20-Euro-Schein (Thema: Schulen und Universitäten)
- Vorderseite: Ein Porträt der wegweisenden Wissenschaftlerin und Nobelpreisträgerin Marie Curie.
- Rückseite: Eine Schule oder Universität, in der eine Lehrerin mit Schülern bzw. Studenten arbeitet, während auf den Tischen Notebooks und Bücher liegen.
50-Euro-Schein (Thema: Bibliotheken)
- Vorderseite: Ein Porträt des bedeutenden Schriftstellers Miguel de Cervantes.
- Rückseite: Eine Bibliothek, in der Erwachsene Bücher und E-Books lesen, während ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen versuchen, sich ein Buch aus einem Regal zu holen.
100-Euro-Schein (Thema: Museen und Ausstellungen)
- Vorderseite: Ein Porträt des Universalgenies Leonardo da Vinci.
- Rückseite: Personen unterschiedlichen Alters, die zeitgenössische Kunst und sogenannte „Streetart“ bewundern.
200-Euro-Schein (Thema: Öffentliche Plätze)
- Vorderseite: Ein Porträt der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner.
- Rückseite: Ein belebter öffentlicher Platz mit Bäumen, auf dem Jung und Alt zusammenkommen, sich unterhalten, spazieren gehen und spielen.
Hintergrund zu den neuen Euro-Scheinen
Die zur Wahl stehenden Banknoten-Entwürfe basieren auf zwei festgelegten Hauptthemen: „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“. Neben der optischen Erneuerung der Geldscheine, die in den Stückelungen von 5 bis 200 Euro geplant sind, verfolgt die EZB auch wichtige praktische und ökologische Ziele. Die zukünftigen Scheine sollen aus innovativen Materialien bestehen und durch neue Produktionsverfahren umweltfreundlicher und langlebiger werden, um den ökologischen Fußabdruck des Bargelds zu minimieren. Zudem wird ein großer Fokus auf die Barrierefreiheit gelegt: Die Banknoten sollen für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen noch leichter erkennbar und voneinander unterscheidbar sein.
Wie geht es weiter?
Die Europäische Zentralbank lässt die Bürger direkt an der Gestaltung der gemeinsamen Währung teilhaben: Die öffentliche Online-Umfrage läuft aktuell noch bis zum 21. September 2026. Bis zu diesem Stichtag haben alle Europäerinnen und Europäer die Möglichkeit, auf der Website der EZB ihre Meinung zu den Entwürfen abzugeben und ihren Favoriten zu wählen.
Nach Ende der Umfrage werden die Rückmeldungen aus der Bevölkerung ausgewertet. Der EZB-Rat wird sich voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2026 auf ein finales Design festlegen. Danach folgen die detaillierte technische Ausarbeitung sowie umfassende Tests der neuen Sicherheitsmerkmale, bevor die neuen Geldscheine schließlich in den Druck gehen und schrittweise in den Umlauf gebracht werden.











