Wirecard Skandal – das müssen Boon Kunden wissen

Montag den 22.06.2020 - von Kristin Modrak abgelegt unter: Alle Nachrichten
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Seit Ende vergangener Woche befindet sich die Wirecard-Aktie im freien Fall. Kein Wunder, dass Kunden des Unternehmens in Sorge sind. Das gilt insbesondere für Verbraucher, die bei Boon (boon.PLANET) ein mobiles Girokonto besitzen. Denn Boon wird von der Wirecard Bank AG betrieben. Daraus ergeben sich viele Fragen: Was ist mit den Guthaben? Sind die Kundengelder sicher?

1,9 Milliarden Euro verschwunden

Doch von Anfang an: Ursache für die rapide Abwärtsspirale – Moody´s hat Wirecard auf Ramsch-Niveau abgestuft – ist ein Bilanzskandal rund um den Zahlungsdienstleister. 1,9 Milliarden Euro, die in der Jahresbilanz als Aktivposten ausgewiesen sind und angeblich auf philippinischen Treuhandkonten liegen, sind plötzlich verschwunden. Darunter leidet nicht nur die Bonität des DAX-Konzerns, sondern auch das Vertrauen der Kunden.

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Das hat Boon relativ früh erkannt und die Nutzer per E-Mail informiert. Dabei wird explizit auf die Einlagensicherung hingewiesen. Zum einen gelte die gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 100.000 Euro je Kunde. Verantwortlich hierfür zeichnet der Einlagensicherungsfonds der deutschen Banken. „Zusätzlich ist die Wirecard Bank AG Mitglied im Einlagensicherungsfonds der privaten Banken.“ Das heißt konkret: Die Sicherungsgrenze, bis zu der die Kundengelder geschützt sind, beträgt mindestens 750.000 Euro – gemäß dem haftenden Eigenkapital des Konzerns.

Ruhig bleiben

Kunden von Boon sollten sich daher nicht verunsichern lassen, sondern besonnen bleiben. Es stehen zwar viele Fragezeichen im Raum und es ist ungewiss, wie Wirecard die Krise meistert. Doch das Sicherungssystem aus gesetzlicher und freiwilliger Einlagensicherung bietet selbst bei einem Aus von Boon einen sehr guten Schutz. Das mobile Girokonto jetzt umgehend zu kündigen, wäre daher übereilt. Stattdessen ist es sinnvoller, die Entwicklung in aller Ruhe zu beobachten und dann gegebenenfalls zu reagieren. Sofern höhere Beträge auf dem Girokonto sind (durchaus verständlich angesichts der lukrativen Guthabenverzinsung von 0,75% Zinsen bis 10.000 Euro p.a. bei Boon) kann man darüber nachdenken, es auf ein anderes Konto umzuschichten – um ganz auf Nummer sicher zu gehen.

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