KUNO – Sperrung von Debitkarten

Viele Bürger haben bereits die Erfahrung machen müssen, ihre Geldkarte verloren zu haben bzw. einen Diebstahl melden zu müssen. Danach kommt das Bangen: Wurde die EC-Karte gefunden? Sind vor der Sperrung noch missbräuchliche Zahlungen mit der Geldkarte getätigt wurden?

KUNO kann nicht allen Sicherheitsbedenken vorbeugen, ist aber zumindest ein adäquates Mittel die Debitkarte vor ungewünschten Zahlungen mit Unterschrift im elektronischen Lastschriftverfahren zu schützen, wenn diese bereits nicht mehr in der Geldbörse des Besitzers ist.

Was bedeutet KUNO?

Bei dem computergestützten Sicherheitssystem für Debitkarten handelt es sich um einen Bürgerservice der Polizeibehörden auf Länder- und Bundesebene. Die Abkürzung steht für „Kriminalitätsbekämpfung in unbarem Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen“.

KKriminalitätsbekämpfung

U … in unbarem Zahlungsverkehr

N … unter Nutzung

O … nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen

Hinter dem Bürgerservice KUNO steht die Absicht, besonders in Betracht auf den kartengeschützten Zahlungsverkehr, die Kriminalität bei bargeldlosen Zahlungen zu senken. Um dies zu realisieren, kooperieren im KUNO-System die Polizeibehörden des Bundes und der Länder mit der Wirtschaft, jedoch auf freiwilliger Basis.

Mehr Sicherheit mit KUNO

KUNO zielt auf eine optimierte Sicherheit bei Einkäufen im elektronischen Lastschriftverfahren (ELV) mit Unterschrift ab. Ein großer Teil der Nutzer von ELV wissen nämlich eines nicht: Ein Telefonanruf bei einem zentralen Sperrannahmedienst reicht nicht aus, um die Girocard auch für den bargeldlosen Einkauf mit Unterschrift zu sperren. „Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 16.434 Karteninhaber Opfer eines solchen Betrugsfalles.“ (Bankfachklasse 10/14, S.6, „Was tun, wenn die Girocard verschwunden ist?“)

Polizeilich erfasste Fälle von EC-Kartenbetrug in Deutschland von 2002 bis 2013
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Um zu verhindern, dass Kriminelle mit gestohlenen oder gefundenen Girocards am ELV mit Unterschrift teilnehmen können, ist es erforderlich, dass die Karte im KUNO-System gesperrt wird.

„Am 15.05.2006 wies Innenminister Schäuble in einer Pressekonferenz zur Kriminalstatistik darauf hin, dass beim Betrug mittels Debitkarten ohne Nutzung des PIN-Verfahrens nach hohen Zunahmen in den Vorjahren (2003: +59,9 %; 2004: +4,8 %) erstmals in 2005 ein deutlicher Rückgang (-28,8 %) festzustellen war.“ (Zwischenbilanz auf dem EHI-Jahreskongress)

 

2013 Straftaten

Bundesministerium des Inneren

Quelle: Bundesministerium des Inneren

KUNO in der Praxis

Eine Sperrung der Debitkarte im KUNO-System zu verlassen, bedeutet praktisch nichts anderes als dass mit Sperrung der Karte nach Diebstahls- oder Verlustmeldung bei der nächsten Polizeizentrale, auch eine Sperrung bei der zentralen Meldestelle des Handels erfolgt – bei dem EuroHandelsinstitut e. V. (EHI e. V.) Dann kann mit der Karte generell nicht mehr bezahlt werden. Sollte dennoch der Versuch unternommen werden, leuchtet ein Hinweis im Zuge der Prüfung der Karte an der Kasse auf. Ein durchaus sinnvoller Sicherheitsaspekt, dem erst seit 2001 die entsprechende Aufmerksamkeit gebührt.

Sperrungsvorgang bei der zentralen Meldestelle des EHI im KUNO-System

 

Kartensperrung bei KUNO

© Franke-Media.net/ C. Gruber

Defizite bei Sperrung im KUNO-System

  • Eine telefonische Sperrung der Karte kann nicht vorgenommen werden. Dafür muss der Betroffene sich persönlich an die Polizei wenden. Karteninhaber geben aber häufig keine sofortige Meldung bei der Polizei ab, so kommt es nicht selten zu zeitlichen Verzögerung ab dem Moment des Kartenverlustes bzw. -diebstahls. In diesem Zeitraum können Betrüger natürlich einiges Schindluder mit der Geldkarte tätigen – dem kann KUNO vorbeugen.
  • Kann der Karteninhaber seine „Kartenfolgenummer“ nicht benennen, erfolgt lediglich eine Sperrung der Debitkarte im KUNO-System für circa 10 Tage. Soll jedoch eine dauerhafte Sperrung veranlasst werden, benötigt der Betroffene dafür seine „Kartenfolgenummer“ der Geldkarte und muss diese online auf dem Portal des KUNO-Sperrdienstes eingeben. (Das verantwortliche Kreditinstitut gibt Auskunft über die entsprechende „Kartenfolgenummer“.)
  • Ein weiteres Manko beim genannten Sperrvorgang im KUNO-System ist, dass nicht alle Händler daran teilnehmen. Für Interessenten gibt es keine Möglichkeiten darüber Informationen in Erfahrung zu bringen, weder online noch anderweitig. (Hessen bspw. nimmt gar nicht erst an diesem präventiven Sicherungssystem teil.)

Kartenfolgenummer finden und erkennen

Die Möglichkeiten von KUNO reichen von einer einfachen Kontensperrung bis hin zur Kartensperrung bis zu deren Gültigkeitsablauf. Somit ist ein nachhaltiger Schutz gegeben und die Möglichkeit für Dritte, die im Besitz ihrer Karte sind, können damit keine unberechtigten Einkäufe mehr tätigen. Dabei können EC-Karten, die zu einem Konto gehören durch die „elektronische Kartenfolgenummer“ erkannt werden. Es sind einstellige Ziffern (jeweils von 0 bis 9), welche auf dem Magnetstreifen der jeweiligen Karten hinterlegt sind. Auf manchen Rechnungsbelegen sind sie als „Kartenfolgenummer“ vermerkt. Ebenso im Zuge einer Geldautomatenbenutzung sind sie als einzeln stehende Ziffern nach der entsprechenden Bankleitzahl auf dem Kontoauszug erkennbar.

Im Zuge der Sperrung der Karte mit Nachtrag der Kartenfolgenummer wird die veranlasste Kontensperre in eine explizite Kartensperre umgewandelt.

Kartenfolgenummer

© Franke-Media.net/ C. Gruber


Worauf sollten Betroffene achten?

Betroffene sollten in erster Instanz bei einem Betrug im ELV die entsprechende(n) Lastchrift(en) zurückgeben. Dafür steht ein Zeitraum von circa acht Wochen zur Verfügung. Es wird dann umgehend eine Gutschrift auf das benannte Konto veranlasst. Daraufhin wird der betroffene Händler sehr wahrscheinlich über ein Inkasso-Unternehmen den ihm zustehenden Kaufpreis, zusätzlich der angefallenen Gebühren, vom Karteninhaber einfordern. Diese wiederum müssen dem Händler den Hinweis geben, dass die Geldkarte bei der Polizei gesperrt wurde. Die Beweispflicht liegt daraufhin beim Händler. Sollte er weiterhin auf die zurückgenommene Zahlung bestehen, muss er den Nachweis erbringen, dass der betroffene Karteninhaber in eigener Person mit der angeblich gestohlenen Geldkarte bezahlt haben soll. Kann er dies nicht, ist die Angelegenheit geklärt.

KUNO für Händler

Einige Händler, die Interesse haben, sich dem KUNO-Sicherheitssystem anzuschließen, sollten sich vorab informieren, ob der entsprechende Netzbetreiber, mit dem sie kooperieren der zentralen Meldestelle des EHI bereits angeschlossen hat. Dann müssen sich Händler nicht mehr separat als Empfänger beim EHI registrieren. Das hat dann bereits der kooperierende Netzbetreiber bzw. Finanzdienstleiter übernommen.

Die Dienstleister, die im folgenden aufgeführt werden, gleichen bereits Zahlungstransaktionen mit den KUNO-Daten ab:

Eigenständige Registrierung beim EHI

Ebenso gibt es Händler, welche die Abwicklung ihrer Zahlungstransaktionen eigenständig und direkt mit dem für sie zuständigen Kreditinstitut abwickeln. Sollte dies der Fall sein, ist es insbesondere für diese Händler sehr hilfreich, sich bei der zentralen Meldestelle EHI  zu registrieren und dem KUNO-System anzuschließen. Dafür müssen Händler sich aber eigenständig beim EHI anmelden. Ein händischer Übertrag in die eigene Sperrdatei ist nicht wirklich brauchbar aufgrund des gigantischen Meldevolumens im Monat von über 10.000 Meldungen. In diesem Fall sollten Händler gezielt den Hersteller ihres Warenwirtschaftssystems ansprechen mit einer Nachfrage zur KUNO-Tauglichkeit der verwendeten Produkte.

Ein regionales Projekt schreibt bundesweit Erfolgsgeschichte

Erstmalig wurde das System in einer Dresdner Polizeidirektion eingeführt. Innerhalb eines Jahres senkte man in der umliegenden Region den Kartenmissbrauch im ELV mit Unterschrift um 80 Prozent. In den Folgejahren konnten sich die Innenministerkonferenz der Bundesländer und der Hauptverband des Einzelhandels auf eine bundesweite Einführung einigen. Einen renommierten Kooperationspartner zur Umsetzung des Sicherheitssystems hat man mit dem EuroHandelsinstitut GmbH (EHI) gefunden. Das Institut bemüht sich um die technische Umsetzung bei den Handelspartnern und entwickelt das System stetig weiter. Ein Pilot zur Einführung auf Bundesebene wurde demnach im Jahr 2006 in Form einer zentralen Plattform in Stuttgart gestartet. Weitere Bundesländer folgten mit Testversuchen. Die „[…] KUNO-Sperrdatei wird von den Polizeidienststellen aller Bundesländer mit Informationen über Kartendiebstähle und -verluste gefüllt, um den Missbrauch dieser Karten zeitnah zu verhindern.“ (Zwischenbilanz auf dem EHI-Jahreskongress)

Weitere Informationen zu KUNO

Beispielsweise auf der Homepage der Polizei Sachsen finden Sie weitere Informationen zum Thema KUNO sowie ein Merkblatt, was Sie im Falle eines EC-Kartenverlustes bzw. -diebstahls tun müssen, an welche Unterlagen Sie bei der Sperrung denken sollten und wo Sie Ihre individuelle Kartenfolgenummer finden. In dem Merkblatt „Was tun bei … EC- oder Kreditkartenverlust“ finden Sie weitere hilfreiche Informationen zur Vorgehensweise in einem solchen Fall, als auch Sperrnummern.


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Fragen & Antworten

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  1. Kandzia, Jürgen fragte am #

    Wie sperrt man die Karte auch bei Kuno, wenn die Karte im Ausland (EU) verloren oder gestohlen wird? Nutzt die Sperre nur im Inland oder auch im Ausland?
    Vielen Dank für Ihre Antwort.

    1
    • Antwort der Redaktion vom 10.05.2016 um 07:24: #

      Hallo,

      wenn Sie die Karte aus dem Ausland sperren möchten, müssen Sie die Landesvorwahl von Deutschland (+49) vorweg wählen. Der Sperr-Notruf ist im Inland gebührenfrei, der Anruf aus dem Ausland ist gebührenpflichtig.

      2
  2. Gregori Michael fragte am #

    Habe ich es richtig verstanden ,dass beim Verlust der Kreditkarte, für die Sperrung über KUNO muss ich mich beim Tel: 116116 melden ?? oder ??
    Schöne Grüße.
    Michael Gregori

    3
    • Antwort der Redaktion vom 12.05.2016 um 12:14: #

      Jepp, genau dort. Aus dem Ausland einfach +49 vorwählen.

      4
  3. Ulrike Ludewig fragte am #

    Ich möchte wissen wie ich über Internet eine Kuno Sperrung erreichen kann ???

    5
    • Antwort der Redaktion vom 27.06.2016 um 10:19: #

      Am einfachsten ist es, wenn Sie unter 116116 die Karte sperren lassen.

      6
  4. R. Lichter fragte am #

    Eine unserer Karten ging verloren ./ wurde gestohlen.
    Wir haben das bei der Bank gemeldet und eine Folgekarte bestellt.
    Nach Auskunft der Bank wurde diese Karte “aus dem System genommen”
    und sei damit auch für Einkäufe mit Unterschrift nicht mehr nutzbar.

    Ist in diesem Fall eine Sperrung durch KUNO tatsächlich nicht mehr nötig ?

    Mit Freunlichem Gruß,
    R.Lichter

    7
    • Antwort der Redaktion vom 19.09.2016 um 10:03: #

      Wir empfehlen Ihnen, sich mit Ihrer Anfrage an die KUNO-Hotline unter 0800 – 1044403 zu wenden.

      8
  5. Felker Georg fragte am #

    Möchte meine Karte auch (!) abgesehen vom Pin-Nr.-Gebrauch gegen weitere Fremdnutzung durch Unterschriftsverfahren o.ä. abmelden. Wie läuft das denn bei KUNO ??

    9
    • Antwort der Redaktion vom 17.11.2016 um 09:48: #

      Die Meldung an KUNO kann nur über die Polizei erfolgen. Sollten Sie noch weitere Fragen haben, steht unter 0800 – 1044403 die KUNO-Hotline zur Verfügung.

      10
  6. Anja Baar fragte am #

    Hallo,

    meine Girocard wurde in irgend einer Form ausgelesen und es fanden missbräuchliche Transaktionen mit Pin statt.
    Die Karte ist bereits gesperrt und eine polizeiliche Anzeige liegt vor. Da die Karte selbst aber nicht verloren ging, ist es dann überhaupt hilfreich eine Kunosperrung vorzunehmen?

    Vielen Dank vorab

    11
    • Antwort der Redaktion vom 03.03.2017 um 15:08: #

      Das würde aus unserer Sicht keinen Sinn ergeben, da KUNO ja dann schützen soll, wenn mit Karte und Unterschrift im Handel bezahlt werden soll. Da sich die Karte aber in Ihrem Besitz befindet, sollte die Sperrung bei der kontoführenden Bank ausreichen.

      12
  7. Ingrid Kuhlins fragte am #

    Meine EC-Karte wurde von der Polizei wegen Diebstahls bei KUNO gesperrt.
    Die Bank hat sie wieder entsperrt, nachdem sie in einem Mülleimer gefunden wurde.
    Wie kann ich sie für KUNO entsperren lassen?

    13
    • Antwort der Redaktion vom 09.05.2017 um 15:29: #

      Wenn ihre EC-Karte wieder aufgetaucht ist, können Sie diese bei KUNO auch wieder entsperren lassen. Wichtig: die KUNI-Sperrung erfolgt in der Regel nach einer Anzeige bei ihrer örtlichen Polizeiwache. Diese müssen Sie daher in den meisten Bundesländern noch einmal kontaktieren, um die Aufhebung der Sperrung zu verlangen. Für einige Bundesländer kann die Entsperrung jedoch auch direkt online erfolgen. Ob das in Ihrem Fall möglich ist, erfahren Sie, wenn Sie sich auf kuno-sperrdienst.de einloggen und Sie nach Anmeldung den Menüpunkt „Ich möchte diese Sperrmeldung löschen“ sehen.

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  8. Pfeiffer fragte am #

    Wie ich gelesen habe, kann man eine KUNO- Sperre nur persönlich bei einer deutschen Polizeistation veranlassen.
    Im konkreten Fall ist der Kartenverlust im Ausland geschehen und die ausländische Polizei hat darauf hingewiesen, dass sie eine KUNO- Sperre nicht veranlassen kann. Diese müsste man persönlich in Deutschland erledigen. Wenn man sich aber im Ausland aufhält, ist dies kaum möglich.
    Meine Frage: Kann man in einem solchen Fall einen Ansprechpartner in Deutschland beauftragen, die KUNO- Sperrung zu erledigen?

    15
    • Antwort der Redaktion vom 30.08.2017 um 22:34: #

      Das geht unserem Kenntnisstand zufolge nicht so einfach, da die Sperrung der Karte durch die Polizei in Deutschland vom Karteninhaber veranlasst werden muss.

      16
  9. Daniel Ribeiro fragte am #

    Guten Tag

    Wir haben die EC Karte meiner Frau über die 116116 sperren lassen.
    Die Karte haben wir in Portugal verloren, funktioniert Kuno auch im Ausland bzw.
    bringt es was bei der Portugiesischen Polizei eine Anzeige zu machen und können die überhaupt
    die Meldung an Kuno vornehmen? Ich dachte Kuno wäre nur in Deutschland möglich.

    17
    • Antwort der Redaktion vom 30.08.2017 um 22:31: #

      KUNO gilt auch nur für den deutschen Einzelhandel. Bei Verlust der girocard oder Kreditkarte im Ausland müsste sich der Karteninhaber vor Ort informieren, ob ein vergleichbares System im Reiseland existiert und welche Schritte zur Sperrung der Karte erfolgen müssen.

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