Warnpflicht für Dispokunden sinnvoll?

Montag den 17.03.2014 - von Redaktion Konto.org abgelegt unter: Girokonto News

Die Dispozinsen in Deutschland sind teuer, die Diskussionen darum haben bereits einen langen Bart. Nun geht das Thema Dispokredite in die nächste Runde: die Regierungskoalition, die GroKo, hat in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass Banken dazu verpflichtet werden sollen, ihre Kunden zu warnen, wenn diese ein überzogenes Girokonto haben und ihnen dann auch, wenn das Konto länger überzogen ist, eine Alternative zum Dispokredit (oder dem geduldeten Überziehungskredit) anzubieten. Doch was so schön aussieht auf dem Papier, denn dieses ist ja bekanntermaßen geduldig, gefällt nicht jedermann gleich gut wie der Bundesregierung.

BdB-Präsident Fitschen sieht Bankkunden belästigt

Schnell in die Überschuldung durch zu hohe Dispo-ZinsenDie Warnpflicht der Banken ist dabei nicht nach dem Geschmack der Privatbanken in Deutschland. Dies wird deutlich anhand der Aussage, die der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Jürgen Fitschen, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa geäußert hat. Dort heißt es: „Wer nach einer Woche beispielsweise schon einen Anruf bekommt, weil er mit 1000 Euro im Dispo ist, kann sich möglicherweise nicht beraten, sondern vielleicht eher belästigt fühlen“.

Belästigung statt Beratung?

Doch ist es wirklich so einfach, das Problem in diese Ecke zu schieben? Schließlich verschulden sich Monat für Monat zahlreiche Bundesbürger immer wieder über ihren Dispokredit. Manche so sehr, dass ihr Einkommen direkt wieder von dem offenen Kontostand amortisiert wird und sie letztlich so gar kein eigenes Geld mehr auf ihrem Konto haben.

Für zahlreiche Verbraucher ist dies oft der erste Weg in die Schuldenfalle, und der Weg von der Verschuldung in die Überschuldung ist dann oft ebenfalls nicht mehr weit. Die Banken betrifft dies natürlich eher weniger, bzw. nicht auf negative Weise – es sei denn, der Kunde zahlt seinen Dispokredit nicht mehr zurück. Ansonsten verdienen die Geldinstitute sehr gut an dieser Art von Krediten, gerade weil die Zinsen dafür mitunter deutlich höher liegen als die Zinsen, die sie für Ratenkredite verlangen. Den Bankkunden vernünftig zu beraten, wäre damit natürlich im Sinne des Kunden selbst, möglicherweise aber eben nicht im Interesse der Banken.

Gesetzliche Verpflichtung der Banken überflüssig?

Doch Fitschen geht noch weiter. Gegenüber der dpa äußerte er: „Es ist bei vielen Banken üblich, dass man das Gespräch mit denjenigen Kunden sucht, die den Dispokredit länger in Anspruch nehmen. Eine gesetzliche Verpflichtung halte ich in diesem Punkt für überflüssig“. Oh wirklich? Es gibt zahlreiche Bankkunden, die hier ganz andere Erfahrungen gemacht haben. Die abgeschmettert wurden von ihren Banken, als sie selbst (!) auf diese zugingen und ihren teuren Dispokredit auf einen günstigeren Ratenkredit umschulden wollten.

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Natürlich kann man dies unter den Tisch fallen lassen. Aber viele von uns wissen doch längst von selbst, dass zahlreiche Banken ganz und gar nicht auf die Idee kommen, sich eigenständig an die Kunden zu wenden. Eine gesetzliche Pflicht bzw. Verpflichtung der Banken wäre deshalb vielleicht nicht die schlechteste Idee. Überflüssig wären solche „Tritte in den Hintern“ seitens des Gesetzgebers sicher nicht, würden die Banken dabei doch merken: wir können nicht so weitermachen wie all die Jahrzehnte davor.

Ein Dispokredit ist kein Geschenk an den Bankkunden!

Auch wenn Dispokredite immer wieder verlockend sind, und der eine oder die andere dies für praktisch und den Bankberater ja für so nett halten mag, weil er einen solchen Kredit für das Girokonto einräumt, letztlich ist ein Dispokredit kein Geschenk an den Bankkunden. Dies sollten sich Verbraucher immer wieder auch klar machen. Solche Kredite sind ein Teil des Geschäftsmodells von Geldinstituten jedweder Couleur. egal ob Privatbanken, Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken.

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Bankkunden sollten deshalb schon in ihrem eigenen Interesse entweder gar keinen Dispokredit aufnehmen, oder aber möglichst schnell wieder aus diesem rauskommen, wurde er einmal genutzt. Denn letztlich ist es nichts Anderes als eine überteuerte Variante zu anderen Kreditformen, dies sollte nicht übersehen werden. Wer kurzzeitig finanziell klamm ist, sollte sich deshalb lieber nach einem günstigen Ratenkredit umsehen, oder aber den Gürtel deutlich enger schnallen, anstatt den Kredit für das Girokonto zu nutzen und dann dafür hohe Dispozinsen bezahlen zu müssen.

Natürlich ist ein Dispokredit praktisch, ohne Frage. Doch wer sich immer wieder ansieht, für wie viele Menschen der Weg in die Verschuldung und später in die Überschuldung durch einen einfachen Dispokredit begann, der merkt schnell, dass ein solcher Kredit auch eine Art „Anfixen“ des Bankkunden seitens der Geldinstitute ist. Denn der Dispo ist einfach zu nutzen, wird oft auch ohne hohe bürokratische Hürden eingerichtet und bleibt dann oft über Jahre laufen. Bis die Bank vielleicht eines Tages nicht mehr mag und der Dispokredit dann gesperrt wird und das heillos überzogene Girokonto plötzlich nicht mehr genutzt werden kann. Und genau dann ist der Punkt erreicht, an dem der Bankkunde merkt, dass der Dispo wohl einer der größten Fehler seines Lebens war. 

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