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Steigende Schadenssummen durch Missbrauch von Karten-Daten

9. September 2009

Die Agentur ENISA ist vermutlich den meisten Verbrauchern kaum ein Begriff. Dabei sind es gerade die aktuellen Zahlen der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit, die bei vielen Bankkunden zu Recht für Sorgenfalten im Gesicht sorgen. Denn im Vergleich der Jahre 2007 und 2008 hat sich nach der Auswertung der ENISA folgendes ergeben: Die Kriminalität im Bereich der des EC- und Kreditkarten-Betrugs ist erneut in erschreckendem Maße angestiegen. In anderen Branchen würde man sich fraglos über ein Wachstum in einer Größenordnung von fast 150 Prozent freuen, für die europäischen Bankkunden sind die Meldungen vor allem bedrohlich.

Dabei erwähnen viele Banken nur allzu gerne gebetsmühlenartig, welche massiven Investitionen im Bereich der Sicherheit für Bezahlvorgänge und bei Abhebungen an internationalen Geldautomaten getätigt worden sind. Doch gerade diese Ausgaben sind umso bedenklicher einzustufen, wenn die Entwicklungen binnen eines Jahres erkennen lassen, dass die Sicherheitsmaßnahmen scheinbar kaum bis gar keine Erfolge bewirken konnten. Auch wenn Sprecher der großen Bankenkonzerne sicher gerne auf potentiell weitaus schlimmere Kriminalitätszunahmen verweisen mögen, wenn man auf die Investitionen verzichtet hätte.

Enorme Zahl an Automaten als Sicherheitsrisiko

Richtig ist aber vor allem nach Experteneinschätzungen, dass der deutliche Ausbau des europäischen Automatennetzes Diebstahl und Betrug sozusagen Tür und Tor geöffnet hat. In Kombination mit den neuen technischen Möglichkeiten der oft bandenartig organisierten Täter ergibt sich ein erhebliches Risikopotenzial für die Kreditkartennutzer und Verbraucher, die international Zahlungen per Electronic Cash vornehmen. Interessanterweise sind es nicht ausschließlich die Hightech-Verfahren, mit denen Kartennutzer um ihre finanziellen Reserven gebracht werden.

Noch immer sind viele Karteninhaber unvorsichtig und lassen sich von den Kriminellen über die Schulter blicken oder fallen auf die so genannten Skimming-Techniken der Täter herein. Hinter diesem Begriff verbirgt sich das Ausspähen der Geheimnummern mithilfe von speziellen Kameras. Als kritisch stufen die Experten der ENISA ein, dass immer häufiger Automaten an Tankstellen oder in Supermärkten zu finden sind. Gerade in diesem Umfeld ist ein erhöhtes Risiko für Verbraucher gegeben. Auch die nach wie vor zu unterschiedlichen Automatenformate machen es für die Automaten-Kunden alles andere als leicht zu erkennen, wann sie Opfer eines Betrugsdeliktes werden könnten.

Beträchtliche Schäden und Ängste bei Karten-Nutzern

Rund 400.000 Geldautomaten stehen den Bankkunden inzwischen europaweit zur Verfügung, dies entspricht einem Plus bei der Automatenmenge für das vergangene Jahr 2008 von immerhin sechs Prozent. Allein fast 75 Prozent dieser Automaten gehen auf das Konto der fünf großen europäischen Länder, Italien, Frankreich, Spanien, Großbritannien und natürlich Deutschland. Die Schadenssumme durch Automaten-Betrug wird in den ENISA-Statistiken mit etwa 500 Millionen Euro für den europäischen Sektor angegeben.

Doch nicht nur die Erbeutung von Kundendaten hat weiterhin deutlich zugenommen. Auch die Straftaten, bei denen die Täter ganze Automaten “mitgehen” lassen ist um mehr als 30 Prozent angestiegen von 2007 bis 2008. Kunden können in dieser Sache im Grunde nur eines tun: Sie können ein gesundes Maß an Misstrauen in ungewöhnlichen Situationen entwickeln, um sich und andere Karteninhaber vor unbefugten Zugriffen zu schützen. Vor allem das Vermeiden von frei zugänglichen Automaten ist ein empfehlenswerter Schritt.