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Plastikkarten-Chaos immer noch nicht ganz beseitigt

7. Januar 2010

Während bereits vor Tagen verkündet worden war, das Chaos mit den fehlerhaften Girocards (früher EC-Karten genannt) und Kreditkarten sei zumindest in Deutschland beseitigt, sieht die Wirklichkeit ganz anders aus. Immer noch soll es bei 20 Prozent der Händlerterminals Probleme geben. In einem Interview mit dem Sprecher des deutschen Einzelhandelsverbandes HDE wurde in der “Financial Times Deutschland” das wahre Ausmaß klar: “200 000 Geräte wurden auf den neuen Standard umgestellt, und nur bei ihnen traten die Probleme auf”.

Doch es sind nun mal 20 Prozent, die nicht funktionieren, und das ist fatal angesichts der Angewohnheit vieler Deutscher, inzwischen eher mit einer girocard oder mit einer Kreditkarte zu zahlen, weil es einfach praktischer ist und man nicht jederzeit Bargeld mit sich herumtragen muss. Der Grund, dass es bei den 200.000 betroffenen Terminals blieb, ist auch klar: Nach dem Ausbruch des Chaos und dem Bekanntwerden des Grundes für das Karten-Desaster wurde die Umstellung der Kartenlesegeräte an den Point of Sales auf die Speicherchips (bisher wurden die Karten nur via Magnetstreifen eingelesen) gestoppt durch die Einzelhändler.

An den Geldautomaten im ganzen Land soll die Auszahlung zumindest wieder funktionieren. Im Ausland wird sich dies jedoch möglicherweise noch eine Weile hinziehen, so dass es anzuraten ist, jetzt auf Reisechecks umzusteigen und genügend Bargeld mitzunehmen, wenn ein Urlaub im Ausland ansteht.

Der Fehler hat einen Namen: Jahreszahlen-Bug

Der Wechsel vom Jahr 2009 zum 2010, irrtümlicherweise als Milleniums-Bug bezeichnet (das nächste Jahrzehnt beginnt erst 2011), tat der EMV-Technologie nicht gut. Zumindest nicht bei den Chips, die vom französischen Hersteller von Plastikkarten, Gemalto, kommen. Bei den Karten der drei anderen Hersteller, zwei deutsche Unternehmen und ein weiterer Produzent aus Frankreich, traten keine Probleme auf.

Insgesamt betroffen sind gut 30 Millionen Kreditkarten und girocards, der Großteil von ihnen wurde von Sparkassen und Landesbanken ausgegeben. Wer die Kosten für das Debakel übernehmen wird, ist nicht bekannt. Aber die Erinnerung wird wach an das Toll Collect- Desaster vor vielen Jahren, als es um die Produktion der Mautsysteme für LKW ging. Auch hier lag der Fehler in der Produktion begründet und alle Seiten schoben sich gegenseitig die Schuld zu. Auch in Sachen Jahreszahlen-Bug bei den girocards und den Kreditkarten wird es nun mit Sicherheit nicht anders sein. Wer den Kampf gewinnen wird, bleibt dabei abzuwarten…