Lastschrift Definition

Überweisungen oder Daueraufträge sind relativ klar definiert. Bei einer Überweisung beauftragt der Zahlungspflichtige seine Bank einmalig einen Betrag an den Begünstigten zu überweisen. Der Dauerauftrag wird für wiederkehrende Zahlungen in gleicher Höhe ebenfalls vom Zahlungspflichtigen eingerichtet. Die Lastschrift dagegen findet Anwendung bei unregelmäßig wiederkehrenden Zahlungen mit unterschiedlichen Beträgen. Für die Ausführung stehen zwei Optionen zur Verfügung.

Der Abbuchungsauftrag

Der Zahlungspflichtige legt seiner Bank einen Abbuchungsauftrag vor, der besagt, dass die Bank auf Anforderung des Begünstigten den Betrag anweisen soll. In diesem Fall darf der Begünstigte den Betrag abbuchen lassen.

Die Lastschrifteinzugsermächtigung

Bei diesem Vorgehen unterschreibt der Zahlungspflichtige dem Begünstigen eine Ermächtigung, die dieser wiederum der Bank des Zahlungspflichtigen vorlegt, damit diese die Gutschrift ausführt. Mit der Lastschrifteinzugsermächtigung erteilt der Zahlungspflichtige dem Zahlungsempfänger ein sogenanntes Lastschrift-Mandat. Bei der Einzugsermächtigung soll der Begünstigte den Betrag abbuchen.

Beispiele für Lastschriftzahlungen

Üblicherweise ziehen Sportvereine, Zeitungsabonnements oder Versorger offene Beträge per Lastschrifteinzugsermächtigung ein. Aber auch dem Bezahlvorgang mit der Maestro-Karte an der Kasse im Einzelhandel liegt rechtlich gesehen eine Lastschrifteinzugsermächtigung vor.

Warum Lastschrift statt Überweisung?

Zahlungsempfänger wissen es in der Regel zu schätzen, wenn sie mit offenen Zahlungseingängen kalkulieren können. Bei einer Lastschrift können sie davon ausgehen, dass zu einem bestimmten Stichtag mit Zahlungseingängen zu rechnen ist. Dies erleichtert wiederum die interne Kalkulation, beispielsweise in Bezug auf den Cashflow. Überweisungen bergen das Risiko, dass die Rechnungsempfänger nicht unbedingt pünktlich zahlen, die Liquidität des Begünstigten Einbußen erleidet.
Für den Zahlungspflichtigen stellt eine Lastschrift eine bequeme Alternative zur Überweisung dar, er muss sich um nichts kümmern. Darüber hinaus kann er ebenfalls besser kalkulieren, da der Lastschrifteinzug immer zu einem bestimmten Datum erfolgt.

Und wenn keine Deckung auf dem Konto ist?

Bei einer Überweisung kann der Schuldner warten, bis er über genügend Guthaben verfügt, um die Zahlung zu leisten. Die Lastschrift wird jedoch automatisiert ausgeführt, der offene Betrag abgefordert. Weist das Konto keine Deckung auf, geht die Lastschrift an den Gläubiger unbezahlt zurück. Lastschriftrückgaben sind allerdings mit Kosten verbunden. Je nach Bank fallen zwischen fünf Euro und 20 Euro an. Der Gläubiger stellt in der Regel ebenfalls noch einmal eine Gebühr in Rechnung.
Kommt es zu einer Lastschriftrückgabe, muss der Schuldner den offenen Betrag manuell überweisen. Gleichzeitig erlischt auch das zu einem früheren Zeitpunkt erteilte Lastschriftmandat. Es kommt immer wieder vor, dass Zahlungspflichtige denken, mit der Folgezahlung würde die Lastschrift wieder greifen und sind verwundert, wenn sie wiederum eine Mahnung wegen Nichtzahlens erhalten. Das Mandat muss neu erteilt werden.

Was passiert bei einer unzulässigen Abbuchung?

Wichtig: Bei einem Abbuchungsauftrag ist ein Widerruf der Lastschrift durch den Zahlungspflichtigen nicht möglich.
Bei der Lastschrifteinzugsermächtigung kann der Schuldner die Lastschrift durchaus widerrufen. Dabei sind allerdings zwei Fristen zu beachten:

  • Erfolgte die Abbuchung ohne Legitimation seitens des Gläubigers, kann der Schuldner die Lastschrift innerhalb von 13 Monaten widerrufen. Dazu muss er begründen, dass kein SEPA-Mandat vorgelegen hat.
  • War die Lastschrift fehlerhaft oder unbegründet, hat der Zahlungspflichtige eine Frist von acht Wochen, um den Betrag zurückbuchen zu lassen.

Und wenn das Konto geschlossen wird?

Wer sich für eine neue Bankverbindung entscheidet, kann heute auf den viel beworbenen Umzugsservice der Banken bauen. Theoretisch. Musste er sich früher selbst darum kümmern, Lastschriften und Daueraufträge zu übertragen, nimmt ihm das heute die neue Bankverbindung ab. Dennoch ist nie auszuschließen, dass nicht der eine oder andere Auftrag „durchrutscht“. Gerade bei Lastschriften aus Zahlungen mit der Maestro-Karte an einem Kassenterminal tritt dieser Sachverhalt auf. Die Zahlung wurde montags getätigt, am Dienstag wurde das Konto geschlossen und am Mittwoch legt der Einzelhändler die Lastschrift vor. Für den Kunden gilt in diesem Fall, dass er den offenen Betrag innerhalb von acht Tagen per Überweisung begleichen muss.
Spannend wird es allerdings, wenn der Einzelhändler auf seiner Homepage keine Bankverbindung angibt, telefonisch nicht erreichbar ist, und keine Informationen über das Konto des Begünstigten vorliegen. Zur eigenen Absicherung sollten die Kunden in diesem Fall das Unternehmen über den Sachverhalt per E-Mail informieren, auch wenn keine Rückmeldung erfolgt. Gerade bei den Discountern scheint der Kostenaufwand in diesem Fall offene Rechnungen im Bereich von unter 20 Euro zu übersteigen.

SEPA – die unkontrollierte Kontonummer

Kaum ein Verbraucher kann sich nach Einführung der SEPA-Kontonummer noch seine eigene Bankverbindung merken. Seit dem 1. August 2014 gilt in Europa der einheitliche Standard für Zahlungsverkehr, kurz SEPA, lang „Single European Payments Area“. Mit diesem Standard wurde es möglich, den vergleichsweise aufwendigen Prozess für Auslandsüberweisungen und Auslandslastschriften in Europa durch die Harmonisierung der Kontonummern zu vereinfachen. Banking wurde faktisch an die ehemals nationalen Standards angepasst.
Neben der Vereinfachung bedeutet dies auch eine deutlich kostengünstigere Abwicklung für die Kontoinhaber. Auf SEPA-Buchungen ins Ausland fallen keine zusätzlichen Gebühren mehr an.

Die Irrtümer bei Lastschriften

Währen bei Überweisungen und Daueraufträgen keine Unklarheiten herrschen, bestehen diese bei Lastschriften doch hin und wieder. Wir hatten sie bereits angeführt, der besseren Übersicht hier noch einmal auf einen Blick:

  • Ein Widerruf bei einer Lastschrift ist nur bei einer Lastschrifteinzugsermächtigung möglich.
  • Ein Abbuchungsauftrag bietet keine Widerspruchsmöglichkeit.
  • Die Rückgabefrist bei einer Lastschrifteinzugsermächtigung, beispielsweise wegen eines falschen Betrages, beträgt acht Wochen.
  • Bei fehlendem SEPA-Mandat beträgt die Widerrufsfrist 13 Monate.
  • Die Rückgabe einer Lastschrift mangels Deckung ist mit Kosten behaftet.
  • Wurde das Konto während des Vorlageprozesses der Lastschrift geschlossen, muss der Kontoinhaber den offenen Betrag innerhalb von acht Tagen ausgleichen.
  • Kam es einmal zu einer Lastschriftrückgabe, erlischt automatisch das Lastschriftmandat. Es muss neu ausgestellt werden.

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