Einlagensicherung Volksbanken und Raiffeisenbanken

Die gesetzliche Einlagensicherung gewährleistet bis zu einer Höhe von 100.000 Euro die Rückzahlungsansprüche der Kunden eines Geldinstituts für den Fall, dass dieses Institut aufgrund finanzieller Schwierigkeiten die Einlagen nicht zurückzahlen kann. Bei den Volks- und Raiffeisenbanken sind die Kundengelder in einem noch größeren Umfang abgesichert.

Kundengelder vollumfänglich geschützt

Unter allen Einlagensicherungssystemen in Deutschland ist das der Volks- und Raiffeisenbanken das Älteste. Für gewöhnlich schützt etwa ein freiwilliger Einlagensicherungsfonds die Gelder der Kunden in Höhe von bis zu 30 Prozent des relevanten Haftungskapitals der ensprechenden Kreditanstalt. Die Kundengelder von Genossenschaftsbanken werden dagegen zwar indirekt, dafür aber in unbegrenzter Höhe gewährleistet.

Wie der Name bereits verrät, fallen die Leistungen des freiwilligen Einlagensicherungsfonds nicht unter die gesetzliche Garantie. Die Sicherungseinrichtung der Genossenschaftsbanken wird vom Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) geführt. Die Kundengelder werden anhand zweier Systeme abgesichert: durch den Garantiefonds sowie durch den Garantieverbund.

Der Garantiefonds

Sofern sich eine Mitgliedsbank (neben den Volks- und Raiffeisenbanken auch Spar- und Darlehenskassen, die PSD-Banken, die Sparda-Banken, Hypothekenbanken, die genossenschaftlichen Zentralbanken und die kirchlichen Kreditgenossenschaften) in finanziellen Schwierigkeiten befindet, sind zunächst Leistungen aus dem Garantiefonds vorgesehen. Garantien, Bürgschaften, unverzinsliche oder verzinsliche Darlehen sowie Barzuschüsse – die Stützungsleistungen können in vielfältiger Art und Weise erbracht werden.

Alle angeschlossenen Banken (sie alle haben stets die Rechtsform “eG”) zahlen solidarisch in diesen Fonds ein. Die Einzahlungen in den Fonds erfolgen zu 90 Prozent durch regionale Geschäftsbanken, während 10 Prozent auf den Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) sowie überregionale Institute (z.B. DG-Bank) entfallen.

Der Garantieverbund

Sollten die Mittel aus dem Garantiefonds nicht zur Wiederherstellung der Liquidität des Kreditinstituts ausreichen, werden durch den BVR zusätzliche Garantien und Bürgschaften bereitgestellt. Der Garantieverbund umfasst alle Institute, die am genossenschaftlichen Sicherungssystem beteiligt sind. Hierbei werden Garantien in Höhe von 60 Prozent der einzelnen Sammelwertberichtigungen übernommen.

So gewährleistet das System die Deckung der Verpflichtungen, die der BVR im Zusammenhang mit dem Verbund eingegangen ist. Werden Leistungen aus dem Garantiefonds erbracht, können die beteiligten Banken zur Abgabe von Besserungsscheinen aufgefordert werden. Dieser Schein zielt darauf ab, der verschuldeten Bank die Schulden solange zu erlassen, bis diese wirtschaftlich wieder auf eigenen Beinen steht.

Ob Spar-, Sicht, Termineinlagen, Sparbriefe oder Inhaberschuldverschreibungen anderer Banken – das System der Einlagensicherung der Genossenschaftsbanken schützt Kundengelder ohne jegliche Obergrenze. Seit Bestehen des Systems musste weder ein Kunde entschädigt werden, noch eine Mitgliedsbank aufgrund Insolvenz gestützt werden.


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Fragen & Antworten

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  1. Hans Fretz-Pfarrei Christus unser Bruder Aachenuder Aachen fragte am #

    Was geschieht, wenn trotz aller Bemühungen eine Insolvenz der Bank nicht zu vermeiden und die Kundeneinlagen nur teilweise zurückzuzahlen sind? Der
    Institutsschutz hat also nicht gefruchtet, dann müsste doch die BVR Institutssicherung GmbH eintreten. Könnte diese mit ihrem geringen Haftkapital die Kundeneinlagen zurückzahlen und gilt in diesem Fall eine Begrenzung der Haftung auf 100.000 € nicht mehr? Das hieße, dass alle Kundeneinlagen(die als solche ja definiert sind) in unbeschränkter Höhe gesichert und rückzahlbar sind? Besteht hierauf ein Rechtsanspruch des Einlegers? Oder gilt hier die Deckungssumme des § 8 mit höchstens 500.000€ für bestimmte Kundenforderungen?
    Herzlichen Dank für eine Antwort und beste Grüße
    aus Aachen
    Hans Fretz

    1
    • Antwort der Redaktion vom 09.11.2016 um 15:37: #

      Der Rechtsanspruch auf Entschädigung beträgt EU-weit 100.000 Euro. Zwar sollen auch die darüberhinausgehenden Kundeneinlagen über die freiwillige Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken geschützt sein, sicher ist dies allerdings nicht. Auf der relativ sicheren Seite sind Sie, wenn Sie Ihr Vermögen aufteilen und nicht mehr als 100.000 Euro bei einer Bank deponieren.

      In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf das SAG Sanierungs- und Abwicklungsgesetz verweisen. Laut Gesetz kann die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung anordnen, dass zur Sanierung ins Wanken geratener systemrelevanter Banken vorranging auf die Anteile von Aktionären und das Vermögen der Gläubiger zurückgegriffen werden kann. Betroffen wären Kunden mit Einlagen von mehr als 100.000 Euro.

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