Sparkassen: Kontoführung und Dispozinsen im Check

Die anhaltenden Niedrigzinsphase bringt Sparkassen dazu, an der Gebührenschraube fürs Girokonto zu drehen – sehr zum Nachteil der Kunden. Diese Girokonten sind und waren sicherlich nie gänzlich kostenlos, allerdings umfassten sie in der Regel die wichtigsten Dienste ohne zusätzliche Entgelte, z. B. Bargeldabhebungen, Sparkassencards, Überweisungen – gegen eine monatliche Grundgebühr gab es die gesamte Leistungspalette. Von diesen Modellen verabschieden sich die Sparkassen aktuell bzw. bieten die Institute ihren Kunden eine Vielzahl von neuen Girokonten.

Mehr als 39 Millionen Kunden besitzen laut Statistik des Deutscher Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) weiterhin ein Girokonto bei den Sparkassen. Das generelle Prinzip: Je günstiger die monatliche Grundgebühr, desto eher muss der Kunde für Einzelleistungen in die Tasche greifen. Wir haben uns aktuell bei den 50 führenden Sparkassen die Spanne der Grundgebühren angesehen. Die komplette Sparkassenrangliste findet sich hier.

Darüber hinaus haben wir die Kosten für das Basiskonto sowie die Dispozinsen erhoben. Nicht beachtet wurden Girokonten, die sich an Kinder, Jugendliche und Studierende richten. Diese sind üblicherweise kostenfrei.


Fakten kompakt:
Die Top 50 Sparkassen verlangen durchschnittlich…

  • 2,54 Euro für ein günstiges Girokonto
  • 4,86 Euro für ein Standard-Girokonto
  • 4,46 Euro für ein Basiskonto
  • 10,47 % Dispozinsen
  • 9,87 Euro für ein Premium- bzw. Full-Service-Girokonto

Im Vergleich mit Privatbanken sind die Girokonten der Sparkassen…

  • rund 93 % teurer (günstigste Variante)
  • beim Basiskonto ähnlich teuer (ausgenommen Direktbanken)
  • beim Dispozins mehr als 20 % teurer

Sparkassen Check Top 50

Unser Check der Top-50-Sparkassen im Überblick:

Die 50 größten Sparkassen – Gebühren und Dispozinsen

Sparkassen Kosten Girokonto in € min.* Kosten Girokonto in € max. Basiskonto in € ab** Dispozinsen
1 Hamburger Sparkasse 3,95 16,90 3,95 10,27%
2 Sparkasse KölnBonn 1,00 12,25 4,95 10,62%
3 Kreissparkasse Köln 5,00 16,50 5,00 10,81%
4 Frankfurter Sparkasse 0,00 11,90 6,90 11,03%
5 Stadtsparkasse München 0,00 7,95 2,95 10,64%
6 Sparkasse Hannover 3,50 7,00 3,50 11,16%
7 MBS in Potsdam 2,50 8,50 4,50 10,60%
8 Ostsächsische Sparkasse Dresden 1,90 12,90 7,90 9,68%
9 Die Sparkasse Bremen AG 4,90 7,90 4,90 11,69%
10 Sparkasse Pforzheim Calw 2,00 9,00 3,00 11,39%
11 Nassauische Sparkasse 2,50 7,00 7,00 10,93%
12 KSK München Starnberg Ebersberg 0,00 6,95 6,95 10,237%
13 Stadtsparkasse Düsseldorf 0,00 11,20 6,50 11,17%
14 Sparkasse Nürnberg 0,00 13,90 6,45 9,99%
15 Sparkasse Aachen 0,00 16,50 4,75 11,50%
16 Kreissparkasse Ludwigsburg 0,00 9,90 2,00 8,75%
17 Sparkasse Dortmund 0,00 7,95 1,95 10,71%
18 Sparkasse Münsterland Ost 0,00 7,90 3,90 10,404%
19 Landessparkasse zu Oldenburg 3,00 6,00 3,00 10,35%
20 Stadt- und Kreissparkasse Leipzig 1,90 11,90 6,90 10,89%
21 Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen 3,90 10,90 2,50 10,53%
22 Kreissparkasse Heilbronn 2,90 5,90 3,50 8,681%
23 Sparkasse Krefeld 3,50 9,50 3,50 10,95%
24 Sparkasse Essen 3,75 13,00 4,00 9,11%
25 Sparkasse Mainfranken Würzburg 4,95 7,95 4,95 10,14%
26 Kreissparkasse Böblingen 2,75 9,50 3,50 11,19%
27 Kreissparkasse Waiblingen 3,90 9,90 3,90 10,75%
28 Sparkasse Karlsruhe 0,00 7,90 7,90 10,43%
29 Sparkasse Westmünsterland 3,00 6,00 3,00 10,20%
30 Sparkasse Heidelberg 2,00 7,50 2,00 8,50%
31 Förde Sparkasse 2,50 13,50 2,50 11,54%
32 Stadtsparkasse Wuppertal 3,90 12,90 3,90 10,54%
33 Sparkasse Saarbrücken 1,90 13,90 1,90 10,45%
34 Sparkasse Paderborn-Detmold 3,00 15,00 3,75 11,23%
35 Sparkasse Bochum 2,25 2,25 2,25 11,25%
36 Sparkasse Neuss 3,50 14,95 7,95 11,25%
37 Sparkasse Bielefeld 5,90 5,90 5,90 11,25%
38 Nord-Ostsee Sparkasse 5,50 9,50 5,50 9,90%
39 Sparkasse Osnabrück 0,00 14,90 2,90 9,90%
40 Sparkasse Ulm 2,50 5,00 2,50 10,22%
41 Sparkasse Vest Recklinghausen 3,50 8,95 3,50 11,44%
42 SK Freiburg-Nördlicher Breisgau 6,50 11,90 6,50 10,99%
43 Sparkasse Holstein 2,95 8,95 3,95 5,71%
44 Stadtsparkasse Augsburg 2,95 8,95 6,10 10,412%
45 Sparkasse Duisburg 4,48 8,48 4,48 12,04%
46 Kreissparkasse Göppingen 2,10 5,90 5,90 9,43%
47 Kreissparkasse Biberach 3,00 6,00 6,00 10,40%
48 Sparkasse Vorderpfalz 3,90 12,90 6,90 10,36%
49 Kasseler Sparkasse 2,90 7,90 2,90 10,976%
50 Taunus Sparkasse 0,95 7,95 1,95 10,82%
Durchschnitt 2,54 9,87 4,46 10,47%
* günstigste Kontovariante – Kosten für Leistungen / ** Basiskonto ohne Mindestgehaltseingänge

Kontoführungsgebühren beim Girokonto

Wie unsere Erhebung zeigt, liegen die durchschnittlichen Kontoführungsgebühren für das günstigste Sparkassen-Girokonto bei ca. 2,54 Euro. Viele dieser Konten lassen sich nur via Internet führen und beinhalten diverse Leistungen, die separat abgerechnet werden, z. B. zusätzliche Kosten für die Sparkassencard, Kosten für Bargeldabhebungen (über einer begrenzten Freigrenze hinaus), Entgelte für die Zusendung von Transaktionsnummern (TAN) via SMS oder beleglose Überweisungen u.v.m. – kurzum: der Kunde wird dazu animiert, entweder sehr eingeschränkt zu agieren oder ein anderes Girokontomodell zu wählen.

Die Standardvarianten (inkl. den üblichen Leistungen) kosten monatlich im Schnitt ca. 4,86 Euro an Kontoführungsgebühren. Wer die Premium-Variante eines Sparkassen-Girokontos wählt (praktisch die “all inclusive”-Version, zahlt durchschnittlich 9,87 Euro im Monat. Wichtig: Die Anzahl der verschiedenen Kontomodelle variiert von Sparkasse zu Sparkasse. Einige bieten sogar heute nur eine Variante (!) für normale Privatkunden. Sehr bemerkenswert: Unter den Top-50-Sparkassen findet sich mit der Nord-Ostsee Sparkasse ein Anbieter, dessen reines Online-Girokonto teurer als die klassische Variante (MultiGiro) ist.

Zum Vergleich haben wir für 30 Konten*** von Banken bzw. Direktbanken aus unserem Vergleich die Kontoführungsgebühren erhoben. Jene liegen zwischen 0,00 und 9,90 Euro im Monat. Durchschnittlich verlangen die ausgewählten Banken 1,31 Euro monatlich.

Gebühren beim Basiskonto

Seit Juni 2016 besteht der Rechtsanspruch auf ein Basiskonto. Banken müssen verpflichtend ein solches Konto auf Guthabenbasis bereitstellen. Zielgruppe sind z. B. Wohnungslose, Asylsuchende und geduldete Personen ohne Aufenthaltsstatus, die aus rechtlichen bzw. tatsächlichen Gründen nicht abgeschoben werden dürfen. Grundgedanke gut, Ausführung mangelhaft – häufig haben Finanzinstitute wenig Interesse an entsprechender Kundschaft, weshalb die Kontoführungsgebühren recht teuer sind. Bei den 50 Sparkassen liegt die durchschnittliche Kontoführungsgebühr des Basiskontos bei 4,46 Euro im Monat. Wir haben bei dieser Erhebung vielfach darauf verzichtet, Girokonten als Basiskonto anzuerkennen, die nur mit Mindesteingang unentgeltlich sind. Das geht, unserer Meinung nach, am Sinn des Basiskontos vorbei.

Leider schneiden auch die Privatbanken hier nicht unbedingt besser ab, wie unser Ratgeber zeigt.


Grundsätzlich gilt: Direktbanken sind beim Basiskonto die günstigere Alternative, zumindest was die Grundgebühren angeht. Wie wir bereits in o. g. Ratgeber gezeigt haben, gibt es Basiskonten ab 0,00 Euro (ohne Mindestgehaltseingang) und ohne Gebühren für Bargeldabhebungen. Dafür wird bspw. beim Geldtransfer ins Ausland zur Kasse gebeten.

Disposzinsen

Unstrittig: Sparkassen verlangen vergleichsweise hohen Zinsen für den Dispokredit. Bei den 50 genannten Sparkassen liegt der durchschnittliche Dispozins bei 10,47 % pro Jahr. Den niedrigsten Zinssatz weist die Sparkasse Holstein mit 5,71 % aus. Die Sparkasse Duisburg liegt mit 12,04 % Sollzinsen pro Jahr weit über dem Schnitt.

Dispozinsen der Sparkassen

Ein Blick auf die 30 ausgewählten Privatbanken zeigt einen mittleren Dispozins von 8,70 %. Den geringsten Dispozins aller Banken erhebt die Deutsche Skatbank mit 4,18 %.

Insgesamt sind die Sparkassen, was die Dispozinsen angeht, ein eher teures Pflaster. Gerne argumentieren diese Institute mit einem hohen Ausfallrisiko, welches sich allerdings statistisch kaum belegen lässt. Viel eher wird – so die Annahme von Verbraucherschützern – eine regionale Vormachtstellung zum Nutzen der Bank missbraucht.


Bei der Betrachtung der durchschnittlichen Dispozinsen sind die Privatbanken mit 8,70 % insgesamt rund ein Fünftel günstiger als die Sparkassen. Der Unterschied beträgt 20,34 %.

Fazit

Einige Sparkassen fällt aktuell auf die Füße, dass sie ihre Gebühren zu einfallsreich und deutlich zu intransparent gestaltet haben. Besser stände es ihnen zu Gesicht, mit ihren Stärken zu punkten, bspw. mit den Aspekten Sicherheit und Service in den Filialen. Diese Leistungen darf sich eine Sparkasse auch gerne bezahlen lassen – allerdings nicht erst im Kleingedruckten in der unteren Hälfte ihrer Preis- und Leistungsverzeichnisse.

Während viele momentan das “Ende der Kostenloskultur” einläuten, weisen wir darauf hin, dass Sparkassen sicher nie die günstigsten Dienstleister waren. Im Vergleich mit den Direktbanken sind sie gebührentechnisch selten konkurrenzfähig. Allerdings besaßen Sparkassen jahrelang einen gewissen Vertrauensvorsprung. Ein Privileg, welches sie gerade verspielen, wenn sie ihr Geschäft nur auf maximale Gewinne ausrichten.

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